Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 11 (1905)
- Issue
- Heft 12 (Dezember 1905)
- Article
- Berlin
- Date
- 1905-12-01
- Page
- 657 (sequence 8)
- Language
- German
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Korrespondenzen. 657 Ahlwardt im Reichstage von „PaLtalogie" statt Pathologie sprach und daß der Fahrer der Deutsch-sozialen, Abg. Liebermann von Sonnenberg einstmals an derselben Stelle von dem Apoll von Belvedere (auf der drütletzten Silbe zu betonen) sprach. Wenn solche „großen Geister" derartige Lücken in der elementarsten Bildung aufweisen, was kann man da von einem Wolffhart verlangen?" — In den Deutsch-sozialen Blättern vom 22. November erwidert Wolffhart: ^Selbstverständlich bedaure ich, daß ich Herrn Gutfleisch, im Vertrauen aus einen bisher nicht dementierten Zeitungsbericht und um des kleinen „r* willen, unnötig scharf angegriffen habe. Aber auch, wenn Herr G. einen übermächtigen Mann nur „verbannt" wissen will, bleibt sein merkwürdiger Freiheitsdsgriff bestehen. Pückler wird auch am „verbannenden" Freisinn Geist von seinem Geiste wittern. Er will, beileibe nicht „hauen," nein, nur streicheln, so streicheln, daß die „ganze Rasselbande davonläuft." Herr Entfleisch wünscht übermächtige Gegner zu verbannen. Der Weg ist verschieden, das Ziel gleich." — So ganz doch wohl nicht! ± Beutheu, 2. Dezember. Die Oberschles. Grenz-Zeitung schreibt: „Jedes Jahr zur Weihnachtszeit erklingt die Mahnung aller Verständigen: Kauft am Ort! Die „Oberschles. Grenz-Zeitung" läßt denn auch wieder diesen Ruf erschallen. Und was ist wohl vernünftiger als das. Mit unseren hiesigen Geschäftsleuten leben und leiden wio gemeüisam, sie sorgen durch ihre geschäftliche Tätigkeit für Hebung Beuthms in hervorragender Weise. Traurig und ein Zeichen großer Unmoral ifis, wenn von fanatischer Seite die Parole ausgegeben wird: Kauft nicht bei Juden. Abgesehen von der Unsittlichkeit des Boykotts ists auch bodenlos dumm. Denn wenn die Juden den Spieß umdrehten, so könnten nicht wenige Geschäfte, deren Inhaber katholisch sind, nur baden gehen. Man sieht also, wohin die Unvernunft führt: zum eigenen Verderben. Also kaufe man am Orte und dort, wo man am besten kaust." ->2 Tarnowitz t. Oberschl., 1. Dezember. Zum Vorsitzenden des Ausschusses des Synagogen-Gemein de - Verbandes des Regierungsbezirks Oppeln ist Herr Amtsaerichtsrat Glogauer gewählt worden, der die Geschäfte bereits am 5. vor. Mts. übernommen hat. Ratibor, 7. Dezember. Die Freimaurerloge „Friedrich Wilhelm zur Gerechtigkeit" in Ratibor übersandte dem Vorsitzenden des dortigen Hilftomitees für die russischen Juden, Herrn Rabbiner Dr. Dienemann, einen Betrag, begleitet von folgendem Schreiben: „Die in jüngster Zeit von Verblendeten und Betörten an den in Rußland lebenden Juden verübten entsetzlichen, jeder Mensch-