Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 11 (1905)
- Issue
- Heft 12 (Dezember 1905)
- Article
- Heinrich Rickert über Juden und Judentum
- Date
- 1905-12-01
- Page
- 630 (sequence 5)
- Language
- German
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Im deutschen Reich SN)' von einem spezifisch ^jüdischen Wucher" zu sprechen. Diese perfide Kampfmethode ist nicht ohne Wirkung g, blieben ... Es ist in der Tar Zeit, daß die Aufmerksamkeit größerer Kreise auf dieses Treiben gerichtet wird. . . Wie hartnäckig längst widerlegte Unwahrheiten in den Schriften der Anliümitea immer wieder von neuem als lautere Wahrheiten unter die Wähler gebracht werden, das beweisen die fortgesetzten Verleumdungen, denen die Alliance israelite ausgesetz^ ist. Es wäre ein schwerer Fehler, die Gegenwehr zu verabsäumen. Dieselbe ist in erster Reihe eine Ehrenpflicht der Christen. Ihnen liegt es besonders ob, Protest dagegen zu erheben, daß unser öffentliches Leben vergiftet werde durch eine unter „nationaler" Firma betriebene unchristüche und unwirsche Hetze gegen eine große Zahl gleichberechtigter Staatsbürger, von denen in Uebereinstimmung mit den Traditionen des Hohenzollerr.hauses ein deutscher Kaiser sagte, daß „sie seinem Herzen gleich nahe stehen". Ehrenpflicht der Christen ist es ferner, nicht eher zu ruhen, als bis die glr iche Berechtigung welche den jüdischen Mitbürgern nach unseren Gesetzen zusteht, auch in allen Beziehungen tatsächlich durchgeführt werde. Dieses Thema darf nicht von der Tacesordnung verschwinden. Das ist die beste Antwort aus die freiheits- und kulturfeindlichen Bestrebungen der Antisemiten. Das deutsche Volk muß und wird mit der anr semitischen Bewegung fertig werden; denn sie ist und bleibt eine „Schmach'' für unser Vaterland." Nach dem Angeführten unterliegt es keinem Zweifel, daß der treffliche Abgeordnete Hemrich Rlckert sich als Vorkämpfer für Freiheit und Kultur in den Herzen aller gebildeten Deutschen, besonders aber der Deutschen jüdischen Glaubens, ein unvergängliches Denkmal gefitzt hat. sJfi Irrdenwission. neuerer Zeit uns wiederholt zugegangene Mitteilungen lassen fies uns angezeigt erscheinen, das Vorgehen der Zuden-Mrsstonare zu beleuchten.. die auf den Straßen Berlins vorzugsweise an jüdische Frauen und Mädchen Einladungen zur Bibelstunde verteilen lasten. Diese Einladungen gehen zwar nicht von katholischen Jesuiten aus, rühren aber unverkennbar von Leuten her, die dem Grundsätze „der Zweck heiligt die Mrttel" huldigen. In einer solchen „Einladung