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Im deutschen Reich · 1905-11-01 · Heft 11 (November 1905) · p. 597

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
11 (1905)
Issue
Heft 11 (November 1905)
Article
[Ohne Titel] / A. L.
Date
1905-11-01
Page
597 (sequence 10)
Language
German
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Umschau. 597 deutscher Kaufleute" und behauptete dabei, der Central-Verein deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens fordere in seiner Zeitschrift „Im deutschen Reiche" fortgesetzt zu Maßregelungen, Entlassungen deutschnationaler Handlungsgehilfen auf, und dieses Gebühren werde vom V. d. d. K. unterstützt. Dieser Verein hat sich beeilt, dies in den »Hamburger Nachrichten" in Abrede zu stellen, und wir sind ihm dafür dankbar. Wir bedürfen seiner Unterstützung nicht; noch weniger aber werden wir uns von dem antisemitischen Verband darüber Vorschriften machen lassen, was wir unseren Mitgliedern gegenüber für unsere Pflicht erachten. Daraus machen wir auch kein Hehl, daß wir es als sehr bedauerlich erachten würden, wenn der Leiter dieses die kaufmännische Jugend zu Antijemiten-Helfern dressierenden Verbandes, Wilhelm Schack bei der Stichwahl im Kreise Eisenach-Dermbach ein Mandat erringen würde. Das Zusammengehen der Anhänger Liebermanns und der agrarischen Bündler hätte bereits alle anderen politischen Parteien belehren müssen, daß die Kandidatur Schacks unter allen Umständen zu bekämpfen ist, der Erfolg irgend einer anderen Kandidatur, gleichviel welcher, bei dieser Sachlage von jedem freudig zu begrüßen ist, der jeden Machtzuwachs rückschrittlicher Parteien für das deutsche Vaterland als verhängnisvoll anfieht. Der Antisemit ist immer — und zwar nicht nur für die jüdischen Wähler — das schlimmste Uebel, denn Antisemitismus ist, wie dies die traurigen Zustände in Rußland beweisen, gleichbedeutend mit Anarchismus! Auch zu den diesjährigen Berliner Stadtverordnetenwahlen hatten die Antisemiten ungewöhnliche Anstrengungen gemacht. Mit der verblichenen Fahne der alten „auf monarchischer, nationaler und christlicher Grundlage kämpfenden Bürgerpartei^, aus deren Reihen einst zwanzig Mann in das rote Haus zu Berlin eindrangen, aus dem aber in den letzten Jahren auch der Fabrikant Pretzel als der „letzte Mohikaner" verdrängt wurde, wollten die maskierten Antisemiten noch einmal den Sturm wagen. In ihren Wahlversammlungen erklärten sie sich berufen, das „jüdisch-demokratische Regiment zu verdrängen, eine dem Herrscherhause dankbarere Vertretung zu schaffen, eine Verwaltung, bei der nicht das Parteiinteresse, sondern das öfflntliche Wohl den Ausschlag gibt." Aber die Mehrheit der Berliner Bürgerschaft war sich darüber klar, daß alles dies weit über antisemitisches Können hinausgeht; die sogenannte „Bürgerpartei"

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