Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 11 (1905)
- Issue
- Heft 11 (November 1905)
- Article
- Der Ritualmord bei den Talmud-Juden
- Date
- 1905-11-01
- Page
- 575 (sequence 2)
- Language
- German
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Der Ritualmord bei den Talmud-Juden. 575 die wissenschaftliche Bedeutung des schriftstellernden „Dorfpsarrers" so vernichtend, daß vielleicht selbst die Antisemiten Bedenken tragen werden, diesen als ihren Eideshelser anzunehmen. In der mehrere Spalten der „Neisser Ztg." vom 25. Oktober d. Js. füllenden wissenschaftlichen Abhandlung des Herrn Dr. theol. Carl BLasel heißt es am Schlüsse: „Fassen wir kurz unser Urteil über die neueste Broschüre des Herrn Pfarrers Dr. Mommert zusammen, so hat derselbe durch die Mangelhaftigkeit seiner Methode, mit der er Unbewiesenes neben Bewiesenes stellte und gleichartig verwertete, durch die Nichtberücksichtigung und Verwertung der gegnerischen Literatur, durch die Verleugnung einer jeden sachgemäßen Kritik, durch solch grobe Verstöße gegen die Geschichtsforschung, welche die Wahrheit nicht dort findet, wo sie sie sucht, sondern sie dort sucht, wo sie sie findet, durch die Mißachtung jeglicher eregetisch-hermeneutischer Grundsätze nach des Referenten Meinung ein für allemal sich des Anrechtes begeben, in wissenschaftlicher Hinsicht überhaupt noch ernst genommen zu werden."' Wir können uns nicht versagen, das, was Herr Prof. Dr. A. König in Breslau am 1. November in der „Neisser Zrg." über die Momrnertsche Schrift veröffentlichte, hier wörtlich wiederzugeben: „Herr Dr. Mommert hat seit 1898 eine stattliche Reihe von Schriften zur Topographie des heil. Landes veröffentlicht, die, wenn man von gewissen, den Autodidakten verratenden Mängeln abfieht, als fleißige Beiträge zur Lösung wichtiger Fragen auf Grund mühsamer und entbehrungsreicher Forschungsreisen dem Verfasser immerhin eine geachtete Stellung auf diesem Wissenschaftlichen Gebiete erworben hatten und seinen Ruf entschieden noch mehr begründet haben würden, wenn sie besser ausgereift und minder hastig verfaßt und veröffentlicht worden wären. Dann wären sie aber freilich auch sicher mindestens auf die Hälfte ihres Umfanges, sehr zu ihrem Vorteil, zusammengezogen worden. Fast scheint es nun, als ob Herr Dr. Mommert in der zumal auch von protestantischer Seite ihm zu teil gewordenen freundlichen Anerkennung die Aufforderung erblickt habe, die wissenschaftliche Welt mit weiteren, möglichst zahlreichen Produkten seiner geschätzten Feder zu erfreuen. Da ihm vorderhand der topographische Stoff versagte, so begab er sich auf ein ihm bisher zwar gänzlich unbekanntes Gebiet, das aber doch mit seinem bisherigen Arbeitsselde insofern zusammenhängt, als es Sitten desjenigen Volkes in der