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Im deutschen Reich · 1905-11-01 · Heft 11 (November 1905) · p. 574

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
11 (1905)
Issue
Heft 11 (November 1905)
Article
Die 1. Hauptversammlung des "Verbandes der deutschen Juden"
Date
1905-11-01
Page
574 (sequence 15)
Language
German
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574 Im deutschen Reich. praktischer und wissenschaftlicher Tätigkeit sei. Als eines der Ziele würde die Schaffung eines praktischen Handbuches der Apologetik zu gelten haben. Herr Rabbiner Dr. Frank-Köln geißelt den Glaubenswechsel der Juden und das Verhalten-des Staates, der auf den Uebertritt eine Prämie setzt. Als Krebsschaden bezeichnet er es, daß wir uns gegen diese fahnenflüchtigen Verräter zu tolerant zeigen, anstatt jegliche Gemeinschaft mit ihnen abzuweisen. Nachdem Herr Zustizrat Geiger-Frankfurt a. M. den Dank der Versammlung für die musterhafte, unparteiische und energische Leitung der Verhandlungen zum Ausdruck gebracht hatte, schloß der Vorsitzende die Versammlung mit der Mahnung, das Gehörte nicht nur zu den Andersgläubigen, sondern vor Allem zu den Brüdern unseres Glaubens hinauszutragen. Der Aitrralmord öei den Halmud-Iuden betitelt sich eine Schrift des Pfarrers vr. Karl Mommert in Schweinitz, die bei oberflächlicher Betrachtung fast geeignet scheint, das uralte antisemitische Ritualmord-Märchen wieder aufzufrischen, und dies um so mehr, als dem Verfaffer, einem katholischen Geistlichen, kürzlich infolge einer von ihm aus gekränktem Selbstgefühl gegen die innere Verwaltung der eigenen katholischen Kirche gerichteten Schrift „Aus dem Leben eines Dorfpfarrers" von freisinniger Seite das Zeugnis ausgestellt wurde, „ein wissenschaftlich bedeutender Mann zu sein". Ueber die antikatholische Schrift zu urteilen, haben wir keine Veranlassung, und hätten wir sie, auch keine Neigung, weil wir die Vögel nicht lieben, die ihr eigenes Nest beschmutzen. Wie es aber um die „wissenschaftliche Bedeutung" des Herrn vr. Karl Mommert bestellt ist, darüber dürfen wir uns nach seinen Auslassungen über den „Menschenmord bei den alten Hebräern"' und seinen den Leistungen des Expfarrers Krosell verzweifelt ähnlichen „Talmud-Studien" als Juden um so eher ein Urteil zutrauen, als dasselbe nahezu mit dem übereinsiimmt, das über seine Schrift „Der Ritualmord bei den Talmud- Juden" von angesehenen Gelehrten katholischen Bekenntnisses gefällt worden ist. Die „Neiffer Zeitung"' hat zwei solche Kritiken der Mommertschen Schrift veröffentlicht, von denen die eine von dem Herrn Kaplan Dr. Blasel in Grünberg i. Schlesien, die andere von dem Dompropste an der Breslauer Kathedrale, Herrn Professor vr. A. König herrührt. Beide Besprechungen sind für

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