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Im deutschen Reich · 1905-11-01 · Heft 11 (November 1905) · p. 573

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
11 (1905)
Issue
Heft 11 (November 1905)
Article
Die 1. Hauptversammlung des "Verbandes der deutschen Juden"
Date
1905-11-01
Page
573 (sequence 14)
Language
German
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Die 1. tzauptversammlung des „Verbandes der Deutschen Juden". 573 sitzenden wieder-, Herr Landtags-Abgeordneter Stadtrat Aronsohn- Bromberg neugewählt, die Herren Justizrat Br. Lew in-Stettin und Br. I. Ginsberg-Berlin zu Kaffenprüfern ernannt worden waren, trat die Versammlung in die Diskussion ein, die nur etwas mehr als eine Stunde in Anspruch nahm. Herr Blumenthal-Cassel bestreitet, daß die Emanzipation unseren Vätern mühelos in den Schooß gefallen sei, und bezeichnet diese Anschauung als eine Verkennung der Arbeit von Männern, wie u. A. Gabriel Rießer, denen jeder Jude zu Dankbarkeit verpflichtet sei. Herr Justizrat Br. Fuchs erklärt, in diesem Punkte gründlich mißverstanden zu sein, da er mit Nachdruck erklärt habe, daß der Juden-Emanzipation Bbwehrkämpfe der deutschen Judenfchaft in ihrer Gesamtheit nicht vorangegangen seien, sondern nur einzelne dafür gestritten hätten. Die Verdienste von Zunz, Rießer, Veit, Kosch, Jacoby, der Gemeinde Fürth u. a. seien ihm sehr Wohl bekannt. Herr Rabbiner Br. Vögelst ein-Stettin bittet unter Bezugnahme aus die Ausführungen Br. Werners dringend dahin zu wirken, daß der Begriff der Minderwertigkeit unserer Religion aus dem jüdischen Lager schwinde. Es sei von der größten Wichtigkeit, immer wieder zu betonen, daß das Gesetz der Nächstenliebe, wie es das Judentum vor Jahrtausenden ausgestellt habe, sich mit den Begriffen, die heute von den edelsten Vertretern der Moral und Ethik gelehrt werden, vollständig decke. Zumal unsere Jugend müsse wieder von der Begeisterung für das Judentum erfüllt werden. Herr Br. Klee-Berlin bestätigt, daß es nur die Arbeit einzelner Juden gewesen ist, die uns die Emanzipation gebracht habe und nicht eines organisierten Zusammenschlusses der Juden. Er begrüßt den Verband als die Einheit im deutschen Judentum, als den Jungbrunnen neuer Kraft nicht im Kampfe gegen einander zur Durchsetzung der eigenen und der Parteiwünsche, sondern im Kampfe für unser Judentum, der uns immer wieder die unltas der deutschen Judenheit vor Augen führen soll. Zum dritten Referat regt Herr Rabbiner Br. Jacob-Göttingen an, eine genügende praktische und wissenschaftliche Vorbildung der Verteidiger des Judentums in die Wege zu leiten, für die Wissenschaft der Apologetik Lchrstühle und Unterrichtsgelegenffeit zu schaffen, in Verbindung mit den Universitäten apologetische Seminarien einzurichten, an denen Theologen sowohl wie Juristen, Mediziner, Journalisten und auch Kaufleute sich zu zielbewußten und kundigen Verteidigern des Judentums ausrüsten könnten. Zur Förderung dieses neuen Studiums, das ja kein Berufsstudium sei, könnten sich die verschiedensten Organisation vereinigen, da es ein Grenzgebiet zwischen

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