Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 11 (1905)
- Issue
- Heft 10 (Oktober 1905)
- Article
- Konfessionalismus unter den Aerzten
- Date
- 1905-10-01
- Page
- 511 (sequence 1)
- Language
- German
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ftn deutschen Keich. Jeitschrift des 57» I t c Ä t j» f Mi I V» jf öesWr „ Bischn VvschrrnL fmölfmsl im Tshrr. L!. ZcrhTtg. Berlin, Oktober 1905. Wr. 10. Konfessionalismus unter den Aerzten. sollte weinen, daß der Konfessionalismus, der sich heute auf so vielen Gebieten breit macht — es sei nur an die Bestrebungen erinnert, den Simaltanschulen den Lebensfaden abzuschneiden — am wenigsten unter den naturwissenschaftlich geschulten Aerzten Raum hätte, die eine Gemeinschaft bilden, bei der mehr noch als bei anderen Ständen berufliche Tüchtigkeit und einwandssreie Persönlichkeit d-m einzigen Maßstab der Wertschätzung abgeben sollten. Daß auch hier die Juden eine Ausnahmestellung einnehmen, haben wir schon früher an zahlreichen Beispielen dartun können. Bezeichnend ist es, wenn selbst eine Vereinigung, wie der Verband der Aerzte Deutschlands, die lediglich zur Wahrung wirtschaftlicher Interessen begründet worden ist und alle Aerzte, ohne Rücksicht auf ihre politische Ueberreugung, ihr religiöses Bekenntnis oder sonstige Unterschiede, auf gemeinsamem Boden vereinigt, nicht in der Lage ist, sich konfessionalisterenden Tendenzen zu entziehen. Daß dem so ist, ergibt sich aus dem Geschäftsbericht des Verbandes für das Jahr 1904/1905, dem wir folgendes entnehmen: „Weitere recht erhebliche Unannehmlichkeiten sind uns aus den konfessionellen Zusätzen in den Anzeigen unserer Stellentafel erwachsen. Im Interesse einer gedeihlichen Entwicklung unserer Stellenvermittlung waren wir von Anfang an von dem Bestreben geleitet, den Wünschen der Kollegen möglichst entgegenzukommen. Wir suchten daher auch dem Verlangen nach Aerzten eigener Konfession nachzukommen. In der von uns seit Februar v. I. regelmäßig im Verbandsorgan veröffentlichten Stellentafel machten wir demgemäß auch dahingehende Zusätze zu den einzelnen Anzeigen. 15