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Im deutschen Reich · 1905-09-01 · Heft 9 (September 1905) · p. 499

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
11 (1905)
Issue
Heft 9 (September 1905)
Article
Der Kampf der Juden um ihre Emanzipation in Bayern [Rezension]
Date
1905-09-01
Page
499 (sequence 3)
Language
German
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Bücherschau. 499 sobald man das Buch aus der Hand legt, die Ueberzeugung gewonnen, daß die korrekte und in vielen Beziehungen schneidige Art und Weise, in der die bayerischen Juden damals ihr Recht zu erlangen suchten, die Ursache ist, der ste es zu verdanken haben, wenn sie zum Ziele gelangt sind. Ein Punkt wäre besser von dem Verfasser schärfer hervorgehoben worden, nämlich, daß die volle Emanzipation der Juden erst vollendet wurde durch Uebernahme des norddeutschen Bundesgesetzes vom 31. Juli 1869 über die Gleichberechtigung der Konfessionen, eingeführt in Bayern am 13. Mai 1871. Fraglich muß erscheinen, ob sich der bayerische Gesetzgeber zu jener Zeit von selbst aufgeschwungen hätte, ein derartiges Gesetz zu schaffen. Aus dem Umstande, daß er es damals mit den übrigen norddeutschen Bundesgesetzen gewiffermaßen mitübernehmen mußte, kann noch nicht geschlossen werden, daß er es in gleicher Weise selbst eingesührt bätte. Für jeden einsichtigen Beobachter wird durch das Ecksteinsche Buch der Beweis geliefert, daß die bayerischen Juden es zu keiner Zeit an dem nötigen Selbstbewußtsein wie an der erforderlichen Erfüllung ihrer staatsbürgerlichen Pflichten haben fehlen lassen. Daß der Fortgang der Emanzipations-Bestrebungen in Bayern nur von demselben Geiste getragen werden kann, aus dem die veröffentlichten Dokumente entspringen, wird eine Durchsicht derselben lehren. München. Ludwig Holländer. Bruno Weil, Juden in der Deutschen Burschenschaft. Ein Beitrag zum Streit um die konfessionelle Studentenverbindung. Straßburg i. E. Verlag von Josef Singer. 1905. Die Strömungen innerhalb der Studentenschaft haben noch bei weitem nicht diejenige Beachtung gefunden, welche sie verdienen. Man sollte bedenken, daß diejenigen Elemente, die späterhin zu einer führenden Rolle in unserm politischen und geistigen Leben berufen sind, auf den Hochschulen einen sehr bedeutsamen Teil ihrer Erziehung erhalten, und daß bei den meisten die Entwickelung, die sie in ihren Studentenjahren durchmachen, maßgebend bleibt für ihr ganzes späteres Leben. Ein Beweis dafür ist u. a. die bedeutsame Rolle, welche der burschenschaftliche Geist und die in der alten deutschen Burschenschaft ausin dieser Beziehung auf den interessanten Aussatz von Biedenkapp in der Beilage zur Allgemeinen Zeitung, Wochenheft Nr. 34, 1905: „Mut und Kultur, Schule und Furcht" verwiesen.

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