Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 11 (1905)
- Issue
- Heft 9 (September 1905)
- Article
- [Ohne Titel]
- Date
- 1905-09-01
- Page
- 493 (sequence 3)
- Language
- German
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Briefkasten der Redaktion. greiflicherweise nicht befreunden und sah sich veranlaßt, den Herrn Minister des Innern darüber in einer Beschwerde über das Polizei- Präsidium Zu interpellieren. In dem seitens de§ Ministers ergangenen Bescheid wurde nun zwar die theoretische Frage umgangen, aber bemerkt, es sei Vorsorge getroffen worden, daß bei einem etwaigen weiteren Auftreten des Grafen Pückler in öffentlichen Versammlungen im Falle von Ausschreitungen Auflösung erfolge. Tatsächlich sind auch die beiden nächsten Versammlungen des Grafen nach der Begehung von Aufreizungen zu Verbrecheu rechtzeitig aufgelöst worden. eJll Briefkasten der Reduktion. 'R. H., Berlin. Von der angeblichen Tatsache, daß ein christlicher Rechtsanwalt Mitglied unseres Vereins sei, ist uns natürlich nichts bekannt, und wir glauben nicht daran, bis uns der volle Nam^e und der Wohnort des mystischen „Rechtsanwalts Fl." genannt ist. I. B., Berlin. Das Gerede von der körperlichen Minderwertigkeit der Juden dürfte wohl schon längst ziemlich allgemein als antisemitisches Märchen erkannt sein. Es ist schon seit langer Zeit die erfreuliche Tatsache zu konstatieren, daß die Juden sich auf allen Gebieten des Sports mit großem Eifer und sehr ansehnlichem Erfolge betätigen. So hat u. a. ein Jude, Herr Joseph Chodoß, den Titel des Meisterschafts-Athleten des Verbandes der Amateur- AthleLenvereine von Berlin und Umgegend, welcher über 1200 Mitglieder zählt, inne. Cboduß hat schon seit mehreren Jahren bei den Konkurrenzen um die Meisterschaft iw Gewichtheben, die dieser Verband alljährlich veranstaltet, den ersten Preis erworben. G. C., Breslau, lieber die antisemitischen Leistungen der mehr „destruktiv" als „konservativ" wirkenden „Reaktionspreffe" braucht man sich nicht aufruregen; sie sind der Sache würdig, der sie dienen sollen. Ob die „Schlesische Zeitung" die „Jüdischen Märtyrer" von Kischinew und Homel schmäht, die jüdischen Studenten, die als Vertreter der russischen Arbeiterschaft kühn den Mord und Plünderung zulaffenden Beamten gegenüber die Sache der Unterdrückten vertreten, verunglimpft, das wird keinen Unbefangenen darüber täuschen, wo die „verwegen schreienden Demagogen" fitzen, ob bei den blutenden Opfern in den Judenhäusern oder bei den „Tschinowmks", die bei niedrigen Gehalten sin schwelgerisches Leben führen und ihrer Schuldenlast ledig zu werden hoffen, wenn sie den Pöbel aus die armen Stammesgenoffen ihrer reichen Gläubiger Hetzen. Wenn der schlesische