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Im deutschen Reich · 1905-09-01 · Heft 9 (September 1905) · p. 461

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
11 (1905)
Issue
Heft 9 (September 1905)
Article
Der Kampf um die akademische Freiheit
Date
1905-09-01
Page
461 (sequence 7)
Language
German
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Ein dunkles Blatt. 461 Koalitionsfreiheit, zu Ungunsten der katholischen Korporationen zu unterdrücken; eine gewaltsame Unterdrückung der katholischen Korporationen sei ein Unrecht, und, wenn sie gar im Namen der akademischen Freiheit geschehe, eine innere Unwahrheit. Der Kartellconvent der Verbindungen jüdischer Studenten hat zwar noch nicht in seiner Gesamtheit zu der Frage Stellung genommen, doch haben die einzelnen ihm angehörenden Verbindungen ebenfalls ein ablehnendes Verhalten gegenüber der Agitation beobachtet. Der jetzige Stand der Sache ist der, daß die Bewegung bedeutend abgeslaut ist; hauptsächlich wohl aus dem Grunde, daß weitere Kreise ihre Gefährlichkeit, den Mangel an innerer Berechtigung und die Hohlheit des Schlagworts zu erkennen beginnen, teils auch deswegen, weil die Regierung sich hütet, den Führern der Bewegung weiterhin einen so willkommenen Agitationsstoff Zu liefern, wie es die erwähnten Mißgriffe, die am Anfänge begangen wurden, gewesen waren. Der Letzte Regierungsakt ist ein Erlaß des Kultusministers, der zwar die Bildung von Ausschüssen der Korporationen einer Universität aus freier Grundlage für erlaubt erklärt, auch falls einzelne Korporationen von solchen ausgeschlossen werden, aber derartigen Ausschüssen untersagt, sich als Vertretungen der gesamten Studentenschaft, wie es die früheren offiziellen Studentenausschüsse waren, auszugeben. Gegen diesen höchst maßvollen Erlaß konnte natürlich von keiner Seite etwas eingewendet werden. Ja, es wäre höchstens in Erwägung zu Ziehen, ob derartige Ausschüsse, trotzdem sie auf freier Grundlage beruhen und keinen offiziellen Charakter tragen, nicht doch die gehässigen Wirkungen eines Boykotts nach sich ziehen können. Sollten sich derartige Mißstände in der Praxis herausbilden, so wäre zweifellos ein Einschreiten der akademischen Behörden geboten; das würde keine Unterdrückung der akademischen Freiheit bedeuten, sondern im Gegenteil die Wahrung der Prinzipien der Koalitionsfreiheit und der Gleichberechtigung aller akademischen Bürger. ejl Kin dunkles Matt. »rotz der wegen Beleidigung der Konitzer Untersuchungsbehörden erlittenen öffentlichen Zurechtweisungen und Bestrafungen benutzt die „Staatsbürger-Zeitung" jeden Anlaß, um in mehr oder minder deutlichen Hinweisen ihrem Leserkreise immer wieder den Glauben bei-

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