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Im deutschen Reich · 1905-08-01 · Heft 8 (August 1905) · p. 446

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
11 (1905)
Issue
Heft 8 (August 1905)
Article
[Ohne Titel]
Date
1905-08-01
Page
446 (sequence 3)
Language
German
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IRI
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Im böurschen Reich. 4 46 „Durch die Finanzoperationen des Herrn Pastor Jacobsen wurde das Bad mit zum Konkurs gebracht. Die Folge war, daß aus den Hypotheken-Gläubrgern sich eine G. m. b. H. gebildet hat, die das Bad im März vorigen Jahres in der Subhastation erwarb und in Betrieb genommen hat. Unter den Gesellschaftern, welche fast ausschließlich Herren von scharf ausgesprochen rein deutscher Gesinnung sind und die dieser Gesinnung auch Opfer Zu bringen bereit sind, besindet sich allerdings ein Jude, Herr Liebenthal. Aus die Geschäftsführung hat dieser letztere Umstand aber absolut gar keinen Einfluß. Lakolk ist kein antisemitisches Unternehmen. Ueberhaupt werden von der Geschäftsführung alle politischen Bestrebungen absolut ferngehalten. Das Streben geht lediglich dahin, Lakolk als feines, reserviertes deutsches Familienbad zu erhalten. Bisher ist dies vollkommen gelungen, denn unter den sämtlichen, für die diesjährige Saison bereits vorliegenden festen Anmeldungen (ca. 200) befindet sich nicht eine einzige jüdische Familie— Ein Badeort, dessen Geschäftsführer es für keinen „Antisemitismus" hält, deutschen Juden die „deutsche Gesinnung" nicht abzusprechen, ist ganz sicher kein Erholungsort für gesinnungktüchtige deutsche Staatsbürger jüdischen Glaubens. — Bezüglich der Ostfeebäder wird uns berichtet, daß in Binz auf Rügen an den Haustüren der Villen „Glückspilz" und „Quisisana" sich Plakate mit der Aufschrift: ^Vermietung nur an Christen" befinden. Ferner teilt uns ein Verememitglied mit, daß in den letzten Ferienlager; seine Familie in Swrnemünde im Hotel Seestern am Strande durch antisemitische Ä ußerungen des Schwiegersohnes der Wirtin beleidigt worden sei. — Auch in schlestseben Badeorten macht sich der Antisemitismus vereinzelt geltend. So weift in Bad Landeck vor dem Logierhause „Elynum" eine Tafel die Inschrift auf: „Wohnungen für christliche Kurgäste". Die konfessionelle Scheidung im GasthofsWesen scheint wirklich Fortschritte Zu machen, wenn selbst in Bad Landcck ein „Elysium" den Juden sich verschließt. -» Briefkasten der Redaktion. A. 8fc, Berlin. Sie schreiben uns: „Zu meinem Bedauern lese ich in der Tageszeitung, daß das Kleine Theater in der Spielzeit Heijermanns Schauspiel „Ghetto" zur Aufführung bringen wird. Ohne auf den künstlerischen Wert des Dramas einzu-

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