Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 11 (1905)
- Issue
- Heft 8 (August 1905)
- Article
- Treuen i. V.
- Date
- 1905-08-01
- Page
- 443 (sequence 3)
- Language
- German
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Korrespondenzen. 443 lediglich auf Geldstrafe erkannt, deren Höhe es mit Rücksicht auf die Gröblichkeit der Beleidigung und die guten Vermögeusverhältnifse des Angeklagten einerseits, andererseits aber unter Berücksichtigung des Nmstandes, daß der Konkurrenzkampf des modernen Wirtschaftslebens leicht zu Vergehungen vorliegender Art führen kann, auf 30 Mk. festgefeht. Die Verurteilung in die Kosten des Verfahrens und in die Erstattung der dem Privatkläger erwachsenen notwendigen Auslagen rechtfertigt sich aus den W 497 und 503 St.-P -O. Die nach § 900 SL.-G.-B. Zuerkennende Veröffentlichungsbefugnis hat das Gericht entsprechend dem Anträge des Privatklägers für beite in Treuen erscheinende Blätter ststzusetzen für angemessen erachtet." # München, 2. August. Tie hiesige Verbindung im K.-C. Licaria feierte vom 15.—18. Juli ihr lOjähriges Stiftungsfest. Die Verbindung kann mit Genugtuung auf ein Dezennium ehrenvoller und erfolgreicher Wirksamkeit Zurückblicken. Es ist ihr gelungen, sich eine angesehene Stellung innerhalb der Studentenschaft zu erringen und damit zugleich das Ansehen des so oft in gehässiger Weise angegriffenen jüdischen Studenten Zu heben. ± Fürth, ]ö. August. Vor einigen Tagen ist in Zwiesel die vierte Generalversammlung des „Vereins Bayerwald" abgehalten worden, der die Pflege der Geschichte- Kultur und Volkskunde des Bayerischen Waldes bezweckt und gegenwärtig in 250 Ortschaften insgesamt 1200 Mitglieder zählt. Einzelne Punkte der Tagesordnung wurden für eine im November in Straubing stattfindende außerordentliche Generalversammlung zurückgesteüt, die andern Angelegenheiten glatt erledigt. Mit allen Stimmen gegen nur eine Stimme ist dabei der Antrag, den § 4 der Vereinsstatuten, wonach nur Personen christlichen Bekenntnisses ausgenommen werden können, übzuändern, abgelehnt worden. Ausdrücklich wurde jedoch dabei der konfessionelle Charakter des .-Vereins Bay rwald" in Abrede gestellt und betont, die Ausschließung der Juden erfolge nur deshalb, weil der Verein bei seiner Gründung auf landsmannschaftlicher Grundlage aufgebaut und sich auf den Prinzipien der Abstammung von einem deutschen Volksstamm entwickelt habe. Diese an der Tatsache der Nichtaufnahme von Juden nichts ändernde Begründung kann nur als ein Feigheits-Mäntelchen der schlimmsten Judengegner, der „verschämten Antisemiten", beurteilt werden. Fast keine Woche vergeht, ohne daß ein bayrischer Jude in wahrhaft großartiger Weife für gemeinnützige Zwecke Opfer bringt und Beweise liefert, daß er keine konfessionelle Engherzigkeit kennt, trotzdem nimmt in Bayern de? „Konfessionalismus" überhand.