Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 11 (1905)
- Issue
- Heft 8 (August 1905)
- Article
- Berlin
- Date
- 1905-08-01
- Page
- 433 (sequence 2)
- Language
- German
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Korrespondenten. 1 teilungen aus dem Satin, zur Abwehr des AnLrsemitismus'ch daß er sich am 29. Dezember v. Js. erboten habe, Mitteilungen über den antisemitischen Agitator D. zu liefern, auch erklärt habe, in der Lage Zu sein, Material über den Grafen Pückler zu liefern. Er selbst sei von den Antisemiten in der schmutzigsten Weise behandelt worden und habe dieser „famosen Partei" den Rücken gekehrt. Der Briefschreiber sei keiner Antwort gewürdigt worden, scheine aber der „famosen" Partei nicht für immer den Rücken gekehrt Zu haben. Nach einer mehrmonatigen Pause habe er nach einem Pücklerschen Vorträge über „Die Presse im Solde des jüdischen Kapitals" gesprochen. — Am 10. August stand Graf Pückler vor dem Gloganer Landgericht. Als Zeuge bekundete der Vogt Pauli, daß er beim Kartoffelgraben beschäftigt gewesen sei, als der Gras auf ihn die Attacke machte. Der Graf habe ihn einen Lumpen geschimpft und sei in vollem Galopp mit Hurrageschrei mit seinen Reitern aus ihn eingeritten, sodaß er hinter einem Kartoffelwagen Schutz suchen mußte. Der Gras habe gedroht ihm den Schädel auseiaanderzuschlagen. Die anderen Zeugenaussagen lauteten ähnlich. Der Gerichtshof verzichtete ans die Vernehmung des Sachverständigen Psychiaters Dr. Peters en- Borstel, und der Staatsanwalt beantragte, den AngeklagteN mit 00 Mark wegen Beleidigung und 500 Mark Geldstrafe wegen Nötigung Zu bestrafen. Eventuell sollen für je 10 Mark ein Tag Gefängnis eintretm. Gras Pückler erklärte, daß er keine deutschen, sondern polnische Arbeiter beschäftige. Mit diesen Leuten könne man ganz anders umgehen. Eine kleine Backpfeife oder ein guter Rippentriller sei ein ganz vorzügliches Mittel, um diese Leute Zur Raison zu bringen. Dann sagte er: „Ich will dann noch einige Worte über mein Reiterkorps sagen. Man muß für tüchtige Kerls sorgen. Das ist ja noch die einzige Waffe der Konservativen. Und Deutschland braucht tüchtige Kerle. Denn das Vaterland muß errettet werden von der furchtbaren jüdischen Gefahr, von der es bedroht wird. Aus die Dauer kann das Vaterland die jüdische Herrschaft nicht ertragen. Wenn der Geldsack noch weiter regiert, dann wird bei uns bald die Stille des Grabes herrschen. Ja, meine Herren, Sie müssen das Herz aus dem rechten Flecke haben. Ich bin vielleicht, meine Herren, der einzige Mann, der mit Gottes Hilfe eine Besserung der traurigen sozialen Verhältuisse herbeisühren rann. Ich glaube sicher, daß ich allein imstande bin, das Zu Wege Zu bringen. Und dabei habe ich stets nur den Ruhm und die Ehre des deutschen Vaterlandes im Auge. Ich bitte daher um meine Freisprechung." Das Gericht beschloß daraus noch einmal in die Beweisaufnahme