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Im deutschen Reich · 1905-08-01 · Heft 8 (August 1905) · p. 417

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
11 (1905)
Issue
Heft 8 (August 1905)
Article
Der VII. Zionistenkongreß
Date
1905-08-01
Page
417 (sequence 2)
Language
German
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Der VIT. Zionistenkongreß. 417 die britische Regierung offenbar geglaubt, als sie ihr Anerbieten machte. Infolgedessen kam das Uganda-Projekt für den Kongreß nicht mehr ernsthaft in Frage. Dennoch gab es den Anlaß zur Spaltung zwischen den Territorial-Zionisten und den Zion-Zionisten. Es handelte sich darum, zu beschließen, in welcher Weife der britischen Regierung geantwortet werden sollte, ob ihr Angebot prinzipiell abgelehnt werden sollte, oder mit der Begründung, daß zwar dieses Objekt nicht geeignet erscheine, daß man jedoch von ihrer Hochherzigkeit ein anderes geeigneteres Angebot erwarte. Die Zion-Zionisten waren natürlich für die glatte Ablehnung und beschuldigten jeden, der von einer andern Niederlassung als in Palästina etwas wissen wollte, des Abfalls vom Baseler Programm. Demgegenüber hoben die Territorial-Zionisten hervor, daß mit demselben Rechte die Zion- Zionisten des Abfalls bezichtigt werden könnten, weil sie die Forderung einer öffentlich-rechtlich gesicherten Heimstätte unter den Tisch fallen ließen. Da nun einmal auf absehbare Zeit von einer Erfüllung der beiden Voraussetzungen des Programms, nämlich, daß die Heimstätte einmal palästinensicher Boden fei, und daß sie zum andern öffentlich-rechtlich gesichert sei, nicht zu denken wäre, so bliebe nichts anderes übrig, als diese beiden Bedingungen zu trennen und sich zu entscheiden, welche von beiden man für die richtigere hält. Da nun bereits gegenwärtig ein immer wachsendes Bedürfnis vorliege, die aus Rußland auswandernden Juden unterzubringen, so müsse man die Schaffung einer autonomen Heimstätte mit möglichster Beschleunigung anstrcben und die so hochherzig angeborene Beihilfe der britischen Regierung zu diesem Zwecke sich nickt verscherzen. Diese Gesichtspunkte wurden insbesondere von dem Engländer Zangwill, dem Führer der Territorial-Zionisten, auseinander gesetzt. Seine Rede gipfelte in dem Anträge: „der Kongreß wolle beschließen, das hochherzige Anerbieten der Regierung Sr. bririschen Majestät, dem jüdischen Volke ein großes und fruchtbares Gebiet zur Ansiedelung mit Selbstverwaltungsrechten unter britischer Hoheit einzuräumen, mit der Erwartung dankbar anzunehmen, daß das zunächst ins Auge gefaßte Guas - Ngishu - Plateau durch andere Gebietsteile erweitert oder ersetzt werden soll, da nach dem Gutachten unseres Erforschunasausschuffes dieses Plateau der Absicht der Regierung Sr. britischen Majestät nicht entspricht, einer großen Zahl jüdischer Einwanderer die Möglichkeit des Gedeihens aus britischem KolonialgebieL zu gewähren." Demgegenüber vertrat der Führer der Zion-Zionisten, der Russe UMsckkin. in leidenschaftlicher Weise den Standpunkt, daß selbst

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