Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 11 (1905)
- Issue
- Heft 8 (August 1905)
- Article
- Zur Kriminalstatistik
- Date
- 1905-08-01
- Page
- 416 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 98% known words query
- IRI
…/2316602-2316727-2316735-2335337--14054-2335435- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
416 Im deutschen Reich. bei den Juden 125,6 Verurteilungen gegenüber 18,5 bei den Christen. Dies bildet fast ausschließlich die Erklärung der hohen Zunahme der Kriminalität bei den Juden, ebenso wie der Zunahme bei der Gesamtbevölkerung; denn das Gesetz über die Sonntagsruhe ist erst im Jahre 1896 in Kraft getreten. Es wäre aber auch falsch, aus dem starken Anteil der Juden an Verstößen gegen die gewerblichen sozialen Schutzvorschriften auf Mangel an sozialem Empfinden zu schließen. Ihr hoher Anteil erklärt sich vielmehr daraus, daß sie sowohl an der städtischen wie an der Landbevölkerung prozentual erheblich höher beteiligt sind, und daß sie ferner zu den Handel- und Gewerbetreibenden ein verhältnismäßig sehr großes Kontingent steken, und noch dazu ein ganz bedeutend höheres zu den selbständigen, als zu den unselbständigen Personen, die in diesen Erwerbszweigen beschäftigt sind. Z. Der VII. ZionisterrLongreß. ter YII. Zionistenkongreß, welcher in den letzten Tagen des Juli in Basel getagt hat, hat zu einer Spaltung der zionistischen Partei in zwei Gruppen geführt. Das Baseler Programm stellte bekanntlich den Satz auf: Der Zionismus erstrebt für das jüdische Volk eine öffentlich-rechtlich gesicherte Heimstätte in Palästina. Die Ausführbarkeit dieser Forderung war mit der Zeit mehr und mehr zweifelhaft geworden, und es war niemand mehr optimistisch genug zu glauben, daß dieses Ziel durch freundschaftliches Uebernnkommen mit dem Sultan verwirklicht werden könne. Infolgedessen bildete sich eine Partei, die der sogenannten Territorial-Zionisten, welche die Schaffung einer öffentlich-rechtlich gesicherten, also autonomen Heimstätte auf einem andern Gebiete anstrebt. Demgegenüber verblieb die Partei der Zion-Zionisten dabei, daß sie von einer andern Heimat als Palästina nichts wissen wollte. Die englische Regierung hatte nun den Zionisten ein Gebiet in Uganda, im britischen Ost-Afrika, angeboten. Eine aus drei M ^gliedern bestehende Kommission der Zionisten reiste daraufhin zur Prüfung dieses Territoriums nach Uganda und kam nach längerem Aufenthalt zu dem Urteil, daß dieses in Beziehung auf Klima und sanitäre Zustände sehr günstig gelegen fei, daß aber seine agrikulturellen Aussichren nicht so bedeutend seren, wie es