Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 11 (1905)
- Issue
- Heft 8 (August 1905)
- Article
- Das Schächten
- Date
- 1905-08-01
- Page
- 414 (sequence 21)
- Language
- German
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414 Im deutschen Reichdurften. Man vergleiche mit dieser Konstatierung den jubelnden Wortschwall, mit dem Dr. v. Schwartz die Kehrer--Mittermaiersche Sammlung dithyrawbenhaft verhimmelt, und man wird des Weiteren erkennen, wie er „einzig und allein die Wahrheit ermitteln will"! Trotzdem die Sammlung jedermann zu ungehinderter Benutzung in der Heidelberger Universitäts-Bibliothek Zugänglich ist, weiß Schwartz nicht wehr davon, als die dürftigen Mitteilungen, die Dr. Mittermaier in seiner genannten Schrift zu geben für gut befindet, ja, er weiß viel mehr, als Mittermaier angibt und in den Antworten enthalten ist. Er erdichtet über dasjenige, was darin steht oder nicht, die monströsesten, verwegensten Behauptungen, welche selbst er nicht gewagt haben würde, wenn er sich die Mühe genommen hätte, den tatsächlichen Inhalt kennen Zu lernen. Doch auch dieses interessante Kapitel wird an anderer Stelle ausführlich behandelt werden.! Zur KrimmaMLiM. \%i schiefen Darstellungen der Kriminalstatistik hat die antisemitische Presse in letzter Zeit wieder einmal versucht krebsen zu gehen. Der Versuch ist aber ebenso mißglückt, wie einige frühere. Dieses Mal handelt es sich darum, daß aus dem 146. Band der Statistik des Deutschen Reiches die an sich richtige Tatsache herausgerissen wurde, daß die Steigerung der Kriminalität bei dem dem jüdischen Religionsbekenntnis angehörenden Teile der Bevölkerung in dem Dezenium von 1892—1901 das größte Wachstum ausweist. Die Steigerung beträgt nämlich bei den Evangelischen 16,5 Proz., bei den Katholiken 18 Proz., bei beiden christlichen Konfessionen Zusammen 17.1 Proz. und bei den Juden 31,4 Proz. Demgegenüber aber wird die Tatsache, daß der Anteil der jüdischen Bevölkerung an der Kriminalität trotz der Steigerung immer noch nicht unerheblich geringer ist, als der Anteil der Christen, nämlich um 17.2 Proz., verschwiegen. Es kommen auf je 100 000 strafmündige Zivilpersonen im Durchschnitt der Jahre 1892—1901 bei der christlichen Bevölkerung 1206, bei der jüdischen 1030 Verurteilungen. Es liegt auf der Hand, daß für ungünstige Schlußfolgerungen, die man aus der Kriminalstatistik a ü die Moralität einzelner Bevölkerunas-