Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 11 (1905)
- Issue
- Heft 6-7 (Juni 1905)
- Article
- München
- Date
- 1905-06-01
- Page
- 368 (sequence 2)
- Language
- German
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es Zm deutschen Reich. dom Beitritt zur Freien Studentenschaft abhielten. Ein weiterer Redner ergänzte diese Mitteilungen dahin, daß das Votum betreffend die Juden eigentlich nicht für die Oeffentlichkeit bestimmt gewesen sei. OancL hist. art. Landsberger erklärte, die Freie Studentenschaft habe durch den Verstoß gegen die Grundbestimmungen, wonach an der Gleichberechtigung aller Studierenden seftgehrlten wird, ihre Existenzberechtigung aufg-geben. Dagegen meinte stuä. Golich, vom Antisemitismus im Beirat könne gar keine Rede sein. Es habe in der Studentenschaft böses Blut gemacht, daß die Anschläge der Freien Studentenschaft durch den I. Schriftführer Dreyfuß gezeichnet seien. Der Name habe seit einem bekannten Prozeß einen wenig guten Klang. Auch nur der Verdacht, ausgesprochen philosemitijch zu sein, könne der Freien Studentenschaft schaden. Man muffe immer bedenken, daß in München die Freie Studentenschaft nicht wie anderwärts sämtliche nichtkorporierten Studenten vertu ere, sondern nur die nichtkorporierten Studenten, die sich ihr anschließen. Man müsse die süddeutschen Studenten heranzieben, die s-hr spärlich in der Freien Studentens-ckast vorhanden seien, da sie sich durch die vielen Juden abhalten ließen. Mit den norddeutschen Studentn allein könne man aber nichts machen, die kämen des Münchener Karnevals, der Bocksarson und der Gebi-gsausflüge wegen. Man habe nur vom Gesichtspunkte der Opportunität aus jenes Votum abgegeben, niemand in seinen persönlichen Gefühlen vee letzen wollen. Die Herren, die sich trennten, hätten als Juden gehandelt; wären sie dageblieben, so hätte man sich wieder geeinigt. Met der Gründung einer neuen freien Studentenschaft würden sie sich nur blamieren. In einer taktischen Frage hätte die Minorität sich einfach der Mehrheit fügen oder austreten und schweigen sollen; so sei es in anderen studentischen Korporationen Gepflogenheit. Der Vorsitzende der Münchener Freien Studentenschaft, eanä. meä. Heyden, oewute, daß er sich lediglich von dem Bestreben leiten ließ, die Freie Studentenschaft hoch zu bringen. Deshalb habe er, der als „König der Juden" bezeichnet worden sei, den jüdischen Kommilitonen privatim nahe gelegt, aus dem Ausschuß auszuscheiden. Ein anderer Redner erklärt, in dem Satze: „der Beirat hält es für unangebracht, daß Inden im Ausschuß sind" keim Tendenz gegm die Juden zu erblicken. Dr, Pönsgen bezeichnet das Votum des Beirats als eine Ungeheuerlichkeit. Es sei heute gesagt worden, die Juden seien immer in der Minorität; nun verstehe er nicht, wie mau die Juden durch die Majorität in den Ausschuß gewählt habe, wenn man sie nachher wieder hmausbugsierte. Und diese Herren seien dieselben, die kürzlich Schiller, den