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Im deutschen Reich · 1905-06-01 · Heft 6-7 (Juni 1905) · p. 365

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
11 (1905)
Issue
Heft 6-7 (Juni 1905)
Article
Frankfurt a. M.
Date
1905-06-01
Page
365 (sequence 2)
Language
German
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Korrespondenzen. 365 rität innerhalb dieser Siaatsform. Im Einzelnen forderte der Redner Gründung von Rabbinatsverbänden für kleine Gemeinden, Einsetzung eines Staatskommissars in dm Obersynagogenrat, Minoritätenvertretung und zu dies.'m Zweck Proportionalwabl in den jüdischen Gemeinden. — Ueber Propaganda berichtete Dr. Apt-Berlin, Syndikus der Aeltesten der Kaufmannschaft. Das Vereins vermögen beträgt rund 625 000 Mk. Trotz der Beitragserhöhungen war es nicht möglich, die kleineren Gemeinden, die immer mehr zugunsten der großen zurückgehen, genügend zu unterstützen. — Pros. Blaschke-Berlin referierte über Religionsunterricht und die damit zusammenhängenden Fragen. Der Gemeindebund hat die Ausgestaltung von Religionoschulen aller Art gefördert und ist unausgesetzt bemüht, in diesem Sinne zu wirken. Seine Bemühungen sind ader bis jetzt nicht immer erfolgreich gewesen, so namentlich in der Frage der Gleichstellung des jüdischen Religionsunterrichts an höheren Schulen mit demjenigen anderer Konfessionen. Ferner strebt der Gemeindtbund die Einführung der Inspektion des Religionsunterrichts an. Die Zustände der kleinen Gemeinden sind noch recht mißlich; das liegt an dem Jndifferentismus der Gemeindemitglieder selbst. Die Regierung bck staatliche Unterstützung zur Anstellung von Religionslehrern für bedürftige Gemeinden zugesagt. Eine Petition an den Kultusminister wegen Erteilung des jüdischen Religionsunterrichts an höheren Lehranstalten hatte wenig El folg. Eine zweite Petition betrifft die Schulin'pektion für den jüdischen Religionsunterricht. An das Referat knüpfte sich eine sehr lebhafte Debatte. Geh. Regierungsrat Prof. Cohen-Marburg wies darauf hin, daß bei den Prüfungen der Kandidaten für das höhere Lehramt an den deutschen Universitäten die Juden nicht wie die Angehörigen der andern Konfessionen in der Religion geprüft werden. Er ersuchte, die Petition noch dahin auszudehnen, daß in Zukunft auch der jüdische L hramtskaadidat in der Religion geprüft wird. Direktor Dr. Adler-Frankfurt wünschte eine Reform der Inspektion, Kirchenrat Dr. Kroner - Stuttgart deren Ausdehnung auf Lehrer und Rabbiner und paritätische Gleichberechtigung des israelitischen Religionsunterrichts. — Sanitätsrat Stern-Berlin, M. Lebrecht-Nürnberg und B. Feilchenfeld- Köln berichteten über Wanderbettelei und Arbeitsstätten. Die Wanderbettelei hat in den letzten Jahren in den deutschen Städten rapide zugenowmen. Eine M lderung der unhaltbaren Verhältnisse erblickt man u. a. in der Schaffung von Arbeitsstätten, Gründung von Arbeitsnachweisen und Führung von „schwarzen Listen". An eine Beseitigung des Bettelns, so wurde von dem Kölner

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