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Im deutschen Reich · 1905-06-01 · Heft 6-7 (Juni 1905) · p. 337

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
11 (1905)
Issue
Heft 6-7 (Juni 1905)
Article
Der christliche Standpunkt
Date
1905-06-01
Page
337 (sequence 3)
Language
German
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man eben nur in seiner Muttersprache reden kann, die also deutsches Fühlen und deutsches Denken sich ganz zu eigen gemacht haben. Herr Eißenhardt kennt diese nicht, wie er auch keine Größen unter jüdischen Schauspiklern kennt. Er sagt es selbst, er kennt weder jüdische Sitten und Gebräuche noch jüdische Gesetze. Er kennt auch das Leben in jüdischen Häusern nicht, wenn er behauptet, die Reinlichkeit werde dort nur von christlicher Hand geleistet. Wo in der Welt gilt die mechanisch arbeitende Hand mehr als der disponierende Kopf? Wo eine Hausfrau nicht mit klugem Sinn schaltet und waltet, da werden alle Scheuerfefie der Dienstboten keinen geregelten Haushalt schaffen. Diese Oberflächlichkeit, die „schnell fertig ist mit dem Wort", läßt aber auch den Verfasser ein sehr unangebrachtes Beispiel aus dem Roman „Der Posaz" von Franzos zitieren. Dort, behauptet .er, erscheint im jüdischen, ärmlichen Haushalt das arbeitende, christliche Dienstmädchen. Hätte er den Roman eingehender studiert, so würde ihm das Bild der Frau aus dem Mauthhause, dieser hochbetagten, aber unermüdlich bei Tag und bei Nacht schaffenden Greisin einen besseren Begriff von der zähen Arbeitssreudigkeit der jüdischen Frauen gegeben haben. Aber der Herr Verfasser kennt auch diesen Roman sehr wenig. Was kennt er alles nicht! Mir scheint, er kennt das ganze Judentum nicht, dessen verderblichen Einfluß er so sehr fürchtet. Diese Unkenntnis hindert ihn allerdings nicht, einen Artikel über den Juden, wie er ist und wie er nicht sein soll, zu schreiben. Sollte Herr Eißenhardt vielleicht den Namen „Heine" auch nicht kennen, was leicht anzunehmen ist, so teilen wir ihm hier mit, daß Heinrich Heine, obschon als Jude geboren, ein deutscher Dichter von glühender Vaterlandsliebe war, die sich nur in -jenen trüben, traurigen Zeiten von Deutschlands Erniedrigung als Zorn und bitterer Groll entlud. Wenn wirklich nach Herrn Eißenhardt manche Juden Sozialdemokraten sind, so ist nicht zu vergessen, daß die Verkümmerung der staatsbürgerüchen Rechte viele zur Erbitterung und zur Opposition führt. Wenn aber erst einmal die gotdne Sonne der Humanität, der Menschenliebe und der Gleichberechtigung auch über die Juden strahlt, so werden sie ausnahmslos mit ihrer ganzen Zähigkeit, mit ihrem lebhaften Fühlen und ihrer regen Intelligenz dem Vaterlande dienen und treu zu Kaiser und Reich stehen. Der Jude soll sich angeblich nicht zum Soldaten eignen und doch ist es statistisch nachgewiesen, daß in den Kriegsjahren 64, 66 und

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