Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 11 (1905)
- Issue
- Heft 6-7 (Juni 1905)
- Article
- Antisemitismus
- Date
- 1905-06-01
- Page
- 335 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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verhallt; es ist aber auch möglich, daß viele andere wohlmeinende Vertreter des Deutschtums im In- und Auslände unseren Ruf aufuehmen und Mitarbeiten wollen an der Beseitigung der Schlacken mittelalterlichen Vorurteils, an der Beseitigung des Rassenhasses und an dem Ausbau unserer Gesellschaftsordnung nach den Grundsätzen wirklicher und nicht nur scheinbarer Gleichberechtigung. Johannesburg, 12. April 1905. P. R. K. Aer christliche Standpunkt. an Nr. 16 der „Gegenwart" findet sich ein Artikel aus der Feder eines Herrn Franz Eißenhardt, betitelt: „Der. jüdische Offizier." Dieser durch Sachkenntnis wenig getrübte Artikel läßt den Schluß zu, daß Herr Franz Eißenhardt — sollte er dem Soldatenstande angehören? — ein vortrefflicher Soldat sein muß — wenn er so gewandt mV dem Degen ist, wie ungewandt mit der Feder. Nicht unsere Aufgabe ist es, hier Stilblüten Zu korrigieren, und wenn nickt unter dcm Wirrwar dieser zusammenhanglos an eineinander gefügten Ausführungen jener Haß hervorblitzte, der von jeher alle großen Gedanken der Brüderlichkeit, der freien und edlen Vereinigung aller hochstr^bsnden Geister zu ersticken versuchte — wir würden Herrn Eißenhardt ruhig weiter beten lasten: „Laß, o Gott im Himmel mein Die Armee stNs judenrein!" Der Herr Vmfaster meint, daß selbst hohe Offiziere nicht eim m Juden Aufnahme in ein Offizierkmps verschaffen können, und es sei zu bezweifeln, daß Se. Majestät der Kaiser sich zu irgend welcher Einmischung erbitten liche. Nun, so außerhalb des Bereichs der Möglichkeit dürfte das doch nicht sein. Ist doch auch in dem Reiche Schönstedts auf einen Wink Sr. Majestät ein Jude zum OberlandesaenchLseat ernannt worden. In solcher Zeit ist es wohl angebracht een kleinlichen Standpunkt des Herrn Verfassers, der von christlicher Nächstenliebe weit entfernt ist zu beleuchten. Der Verfasser gibt zu, es gebe eine Menge jüdischer Offiziere, wenn schon sie nur noch der Raffe nach dem Judentum angehören. Ob aber der Herr Major Lemelson — um das zitierte Beispiel