Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 11 (1905)
- Issue
- Heft 6-7 (Juni 1905)
- Article
- Jüdische Aerzte einst und jetzt
- Date
- 1905-06-01
- Page
- 328 (sequence 12)
- Language
- German
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daß die Hoffnung auf das Ziel, eine ordentliche Professur, ganz illusorisch ist. Wir wiffen, daß von den akademischen Instituten nur verschwindend wenige Juden auch nur als Assistenten annehmen. Was anders also, als Wiffensdurst und die Lust am geistigen Schaffen, treibt sie der akademischen Laufbahn zu? Die geringen Ehren, die ihnen erreichbar sind, werden schwer genug erkauft, sodaß man sie ihnen wohl gönnen sollte. Es ist nicht zuviel gesagt, daß die Aerzte jüdischen Bekenntnisses den Nationen, zu denen sie gehören, durch ihre praktische Tätigkeit heilsamen Nutzen, durch ihre wissenschaftliche Arbeit Ruhm und Ehre brachten, und daß es wohl der Mühe wert ist, auch für unseren Verein, wie bisher in ihrem Interesse aus der Wacht zu stehen und einzutreten, wo eine unberechtigte Beeinträchtigung sich Nachweisen läßt; wenn wir nur selbstbewußt unter offener Flagge auftreten, so muß die Zeit kommen, da wir in Wahrheit die Gleichstellung erringen, die uns durch die Verfaffung gewährleistet ist. Wahrheiten üöer den IenLsch-naLionale» Kandlnngs- Kehitfen-Weröand. Don Martin Liebmann. #s gehört nicht zu den Seltenheiten, daß die Mitgliedschaft zum antisemitischen deutsch-nationalen Handlungsgehilsen-Verband — abgekürzte Bezeichnung D. H. V. — mit der Behauptung empfohlen wird, daß der Verein durch seine Einrichtungen, wie z. B. durch seine Krankenkasse, seinen Mitgliedern besondere Vorteile diete. Und tatsächlich versteht es der D. H. V., der seine Krankenkasse gern als Reklamemittel benutzt, die Pflichten und Rechte der Kaffen-Mitglieder so hinzustellen, daß für den, der mit den Verhältnissen nicht vertraut ist, die Zugehörigkeit zu ihr als besonders günstig erscheint. Es kann daher nicht Wunder nehmen, wenn selbst ein Mitglied unseres Vereins an uns mit der Frage herantritt: „Leisten die Krankenkassen anderer kaufmännischer Vereine in Wahrheit weniger als die Kasse des D. H. V.?" — Wir wollen tm Folgenden versuchen, die Frage eingehend zu beantworten. Der D. H. V. vergleicht in seinen Veröffentlichungen Pflichten und Rechte seiner Kassenmitglieder mit denen einer O^tskrankenkafse der Kaufleute, Apotheker u. s. w. Daß hier die Kaffe des D. H. D. im vorteilhaften Licht erscheinen muß, ist klar.