Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 11 (1905)
- Issue
- Heft 5 (Mai 1905)
- Article
- Ein Beitrag zu den geschichtlichen Nachweisen für das Kaiser-Wort von der "Schmach des Jahrhunderts"
- Date
- 1905-05-01
- Page
- 312 (sequence 3)
- Language
- German
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- Odesa 1× ep/1000834
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313 Zm deutschen Reich. Feldzuges freier Aufenthalt ohne Beschränkung gewährt worden war, der Vermerk enthalten: „Inhaber darf sich nur im Ansiedlungsrayon aufhalten." Wainer kam schließlich bis zur Kreisstadt Kremenetz, wo er bei seiner militärischen Behörde um Beförderung nach Odessa bat. Man verweigerte es ihm mit der Antwort: „Ich kann nichts machen, gehe zu Deinen Juden, sie sollen Dir helfen". Nun irrte der Arme bettelnd umher, bis sich mildtätige Menschen fanden, die es ermöglichten, daß er zu den Seinigen nach Odessa kam. So empfängt das Vaterland seine Heldenverteidiger, wenn sie — Juden sind. Hat Trumpeldor es in seiner Gefangenschaft nicht besser? Jedenfalls gibt es dort keine Aeltesten, die ungestraft den kaiserlichen Manifesten Hohn sprechen; er braucht auch die Hand, die ihm geblieben ist, nicht bettelnd nach Almosen auszustrecken." «JS' Mcherfchau. Kulturprobleme der Gegenwart, II. Serie, Band 1: Das Wesen des Judentums von Dr. I. Fromer (Elias Jacob). Hüpeden & Merzyn Verlag, Berlin, Leipzig, Paris 1905. Der Aufsatz Fromer's mit dem er im vergangenen Jahre so viel Staub aufwirbelte, erscheint in einem selbständigen Werke, das dem bekannten Bilde vom Wesen des Judentums nur eine schärfere Zeichnung geben soll, ohne die Linien wesentlich zu verändern. Dadurch ist ein tieferer Einblick in das Zustandekommen der Ergebnisse, ermöglicht, der eine genauere Nachprüfung gestattet. Fromer macht es sich zur Aufgabe, einen Grund für die ausfallende Erscheinung des unauslöschlichen Judenhaffes zu allen Zeiten und bei allen Völkern zu erkennen und geht hierbei davon aus, daß die bisherige Methoden, den Grund außerhalb des Judentums zu vermuten, verkehrt seien, man vielmehr einen solchen nur im Wesen des Judentums selbst zu suchen habe. Er untersucht daher das „Judenproblem" und findet das Wesen des Judentums in dem Bestreben, die Ethik zur Vorherrschaft zu bringen, auf Kosten der Aesthetik — F. versteht unter diesem Begriffe den Wunsch zu leben, wie es gefällt — und der Logik. Das Wesen des Judentums ist also fein Kultus und Zeremonial, das den Juden zwingt, alles Denken und Handeln heiligen Zwecken dienstbar zu machen. Ein solches Streben aber widerspricht der menschlichen Natur, und die Völker bäumen sich dagegen auf, von solchem Streben ergriffen zu werden. Daher werden die Juden dann erst Ruhe finden, wenn sie, dieses Streben ausgebend, unter den Völkern aufgehen werden.