Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 11 (1905)
- Issue
- Heft 5 (Mai 1905)
- Article
- Ein Beitrag zu den geschichtlichen Nachweisen für das Kaiser-Wort von der "Schmach des Jahrhunderts"
- Date
- 1905-05-01
- Page
- 311 (sequence 2)
- Language
- German
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Vermischtes. 311 Das grausame Waterkmd. Die „Frankfurter Zeitung" entnimmt einem unter dieser Ueberschrift veröffentlichten Artikel der russtschen Zeitschrift Folgendes: „In Port Arthur erschien am 29. November v. Js. nachstehender Regimentsbefehl an das 27. ostsibirische Regiment: „Der Gefreite der 7. Kompagnie Josef Trumpeldor schreibt in seiner Eingabe an seinen Hauptmann vom 24. ds. wie folgt: „Bei mir ist nur eine Hand geblieben, aber das ist die rechte. Ich bitte daher, da ich gemeinsam mit den Kameraden weiterkämpfen will, mir einen Säbel und einen Revolver geben zu lassen." Im Befehl ist dann weiter gesagt, daß diese Worte in die Geschichte des Regiments verzeichnet werden müßten, „umsomehr, als Trumpeldor Jude ist". Es ist selbstverständlich, daß die Obrigkeit dem tapferen einhändigen Streiter gestattete, ihm Degen und Revolver zu geben, aber es entstanden hierbei Schwierigkeiten, da es, wie es im Befehl weiter heißt, „für den Gemeinen nicht geziemt, ohne Gewehr zu streiten". Allerdings fand sich ein Ausgang, den Bittsteller zum jüngeren Unteroffizier zu befördern, aber Trumpeldor ist ein Jude. Der Berfaffer des Befehls mußte sämtliche Kriegsverdienste des bescheidenen Helden, die erhaltenen Belohnungen aufzählen, er mußte bemerken, daß Trumpcldor „von seinem Rechte, als Invalide entlassen zu werden, keinen Gebrauch gemacht hat", und „daß er die Gefahr verachtend, fein Leben aufs neue zum Kampf gegen den Feind anbot. Auf diese Weise", schließt der Befehl, „bringt Trumpeldor auf dem Altar des' Vaterlandes mehr, als unser Eid verlangt". Als Belohnung dafür, daß er mehr gebracht hat, als man verlangte, erhielt er mehr, als ein Jude erhalten darf, selbst wenn er außergewöhnliche Heldentaten verübt. Er wurde zum jüngeren Unteroffizier ernannt, kämpfte tapfer auf den Wällen mit, bis sich die Festung ergab und er mit der übrigen Garnison „glücklicherweise" in Gefangenschaft und nicht ins Vaterland zurück ging, für das er mehr getan, als sein Eid ihn verpflichtet. Wir sagen glücklicherweise, weil wir seine Geschichte mit der eines anderen Helden vergleichen, der das Unglück hatte, in das Vaterland zurückkehren zu müssen. Ein Reservist Wainer nahm an den Kämpfen am Schaho teil und erlitt Verwundungen cm der Hand und an der Seite. Drei Monate lag er im Charbiner Hospital und wurde dann als Invalide nach seinem Domizil Rachmanow abgeschickt. Mit 4 Rubeln in der Tasche wandte sich Wainer an den Kleinbürgerältesten mit der Bitte um einen Paß nach Odessa. In seinem Paß war trotz des kaiserlichen Manifestes, wonach sämtlichen Teilnehmern des jetzigen