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Im deutschen Reich · 1905-05-01 · Heft 5 (Mai 1905) · p. 303

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
11 (1905)
Issue
Heft 5 (Mai 1905)
Article
Wien
Date
1905-05-01
Page
303 (sequence 4)
Language
German
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österreichischen Landtage. An einem seiner würdigen Ersatzmann wird es leider Herrn Lueger nicht mangeln. Petersburg, 9. Mai. Das diesjährige russische Osterfest ist leider doch nicht ohne eine traurige Erneuerung der Kischinew- Gräuel vorübergegangen. Bei den Unruhen in Schitomir wurden 15 Juden getötet und 81 verwundet; außerdem sind 3 Christen getötet und 8 verwundet worden. Die Regierungsblätter beschönigen diese Metzelei durch die Behauptung/ daß die Juden in Schitomir eine „herausfordernde Haltung" an den Tag gelegt hätten. Der „Vorwärts" bemerkt dazu: „Es ist natürlich boshafter Unsinn, daß die Juden eine herausfordernde Haltung gegen die Christen eingenommen haben sollen. Die offizielle Darstellung will lediglich die Morddienfie der Behörden rechtfertigen, ja sie provoziert geradezu neue Metzeleien, indem sie sie fürbegründet erklärt. Eine noch furchtbarere Judenhetze fand in Taurien statt, vornehmlich in Melitopol, wobei die russische Einwohnerschaft die jüdische direkt beraubte und die geplünderten Sachen in aller Ruhe in Sicherheit brachte. Die Polizei soll wiederholt das Löschen brennender Häuser, die Juden gehörten, verhindert haben. Ganze Straßen wurden vollständig demoliert, daraus die Wohnungen mit Petroleum begossen und niedergebrannt. Insgesamt brannten 42 Magazine mit Vorräten von über einer Million Mark Wert nieder." Uereinsnachrichtrn. ftt den letzten Wochen hat der Central-Verein durch den Eifer seiner Vertrauensmänner wieder eine ansehnliche Anzahl neuer Mitglieder gewonnen, Durch die Herren Sanitätsrat vr. Warschauer und I. Spier wurden 24 Herren in Hohensalza, durch Herrn L. Jonemann 26 Herren in Nordhausen veranlaßt, sich unserm Verein anzufchließen und infolge einer in Steele abgehaltenen Versammlung (Vgl. S. 297 d. Heftes) sind demselben 36 Herren beigetreten. Im November v. Js. haben wir an dieser Stelle mitgeteilt, daß das Direktorium des Vereins der Kausberechtigten des Warenhauses für deutsche Beamte aus unsere Veranlassung ihre Abteilung für Verkehrserleichterungen bezüglich der „Villa Montebello" in Wildbad, deren Besitzerin ihre „Fremdenpenston nur für Christen" ankündigte, mit der erforderlichen Weisung versehen würde. Da wir trotzdem in der alljährlich verbreiteten „Uebersicht über die Logierhäuser in Wildbad" die „Villa Montebello mit den

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