Mannheim
Compact Memory

Im deutschen Reich · 1905-05-01 · Heft 5 (Mai 1905) · p. 291

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Im deutschen Reich
Volume
11 (1905)
Issue
Heft 5 (Mai 1905)
Article
[Ohne Titel] / A. L.
Date
1905-05-01
Page
291 (sequence 14)
Language
German
Belongs to
chapter
OCR quality
95% known words query
IRI
…/2316602-2316727-2316733--13803-2335104
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

1 entity mentions

jvvjacj-yvHvcHgt«« Wendigkeit wird menschlich sein." Man mag ihm jetzt noch von judenfeindlicher Seite vorfaseln, daß eine Gleichberechtigung der Juden diese in seinem Reiche zu einem gefährlichen Machtfaktor wachen könne — das soll der Privatdozent Mikolski erst kürzlich mit genau denselben Schlagworten getan haben, die bei Adolf Bartels in Weimar und seinen Anhängern geläufig sind — das Blut der Märtyrer von Kischinew und Homel, auch jener Opfer, die neuerdings in Polen und in Wolhynien, dem Fanatismus gebracht wurden, ist nicht umsonst gefloffen. Die prophetischen Worte, mit welchen ein großer Hohenzollernsürst aus dem Dasein schied: „Exoriare aliquis nostris ex ossilras ultor“ enthalten eine ernste Mahnung für die resormfeindliche Umgebung des Zaren; von ihm selbst, dem deutsche Bildung und Gesittung nicht fremd sind, möge aber die große staatsmännliche Lehre des in diesen Tagen von der gesamten Kulturwelt gefeierten Geisteshelden Schiller beherzigt werden: Bor dem Sklaven, wenn er die Kette zerbricht, Vor dem freien Manne erzittere nicht! A. L. Korrespondenzen. < Berlin, 18. Mai. In der Ansprache, die der Freiherr von Rheinbaben auf dem Schiller-Kommers in Posen hielt, sagte der Minister wörtlich: „An uns selber sollen wir Kritik üben, nicht aber zuerst an den anderen. Sie ist ja eigentlich ein Grundzug unseres deutschen Wesens, diese unsere Einigkeit gefährdende, zersetzende Kritisierung der anderen. Aber ein jeder soll an seine Brust schlagen und daran arbeiten, daß dieser bedauerliche Grundzug deutschen Wesens zurücktritt, und das tut doppelt not hier in den Ostmarken. Hier darf es sich nicht darum handeln, ob Bürger oder Bauer, ob Protestant oder Katholik oder Jude, ob Beamter oder nicht, hier muß es uns darum zu tun sein, daß das Bewußtsein einer nationalen Pflicht in uns brennt." Dazu bemerkt die „Deutsche Tageszeitung": „Glaubt der Herr Minister wirklich, daß das Bewußtsein einer nationalen Pflicht ebenso in den jüdischen wie in den deutschen Seelen „brennen" könne?" Se. Exzellenz würde gut tun, diese Frage öffentlich entschieden zu bejahen, denn wenn auch die Zweifel des Agrarierblattes und die Sottisen der „Staatsbürger-Zeitung" den;

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.