Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 11 (1905)
- Issue
- Heft 4 (April 1905)
- Article
- Ein preußischer Staatsminister vor 120 Jahren über die Juden
- Date
- 1905-04-01
- Page
- 248 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 96% known words query
- IRI
…/2316602-2316727-2316732-2334877--13746-2334966- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
248 Im deutsche» Reich. aus zwei ganze» Familien nur einen Mann aushöbe, würden 800 Mann stellen; dies machte schon ein neues Husarenregiment, zu dessen Unterhaltung jene 50,000 Thaler dienen könnten; oder es dürste dafür ein christliches Husaren-Regiment abgedankt und zu Ackerleuten und Handwerkern angewendet werden." Ein jüdischer Soldat. Angesichts der immer wiederkehrenden Angriffe auf die soldatische Tüchtigkeit unserer Glaubensgenossen scheint es nicht überflüssig, auf nachstehendes Herrn Glasermeister Lew in in Mrotschen zugegangenes Schreiben aus Bromberg vom 3. Januar d. Js. zu verweisen: Sehr verehrter Herr Lewin! Mit aufrichtiger Betrübnis habe ich heute von dem Ableben Ihres Sohnes Jtzig Kenntnis erhalten und ich spreche hiermit Ihnen und Ihren Angehörigen meine und der Kompagnie herzlichste und wärmste Teilnahme aus. Das Vaterland hat in dem Heimgegangenen einen braven, tüchtigen Soldaten verloren, der bis zuletzt treu und gewisienhaft seinen Dienst gethan hat, die Kompagnie einen treuen und zuverlässigen Kameraden, der sich durch sein bescheidenes und anspruchsloses Wesen die allgemeine Zuneigung erworben hatte. Möge ihm die Erde leicht sein und möge Ihnen und den Ihrigen in Ihrem Schmerze der Himmel tröstend zur Seite stehen. Ich entsende morgen eine Abordnung der 8. Kompagnie, welche dem Entschlafenen die letzte Ehre erweisen soll. Mit dem nochmaligen Ausdruck meiner aufrichtigsten Teilnahme bin ich Ihr ergebener Langemann, Hauptmann. (SM Eingesandt. Jüdische Lehrerinnen. Der Zweck meiner Zeilen ist, die Aussichten und die Lage der jüdischen Lehrerinnen darzusteüen. Im jüdischen Mittelstände ist man jetzt mehr denn je bestrebt, auch den Töchtern eine solche Erziehung zu geben, daß sie für den Kamps ums Dasein gerüstet sind. Es ist