Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 11 (1905)
- Issue
- Heft 4 (April 1905)
- Article
- [Ohne Titel]
- Date
- 1905-04-01
- Page
- 234 (sequence 1)
- Language
- German
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234 Im deutschen Reich. Uereinsrmchrichlen. fn dem Saale des City-Hotels, Berlin 8., Dresdenerstr. 52, hielten die Mitglieder der Berliner Vereinsgruppe 8., 80., 0. am 15. März d. Js. eine zahlreich besuchte Versammlung ab. Nachdem Herr Rechtsanwalt G. Poppelauer, als Vorsitzender der Gruppe, die Versammlung mit einer Begrüßungsansprache eröffnet hatte, hielt das Vorstandsmitglied, Herr Schriftsteller vr. Jon Lehmann, einen Vortrag über „Jüdische Eigenart im Lichte der modernen Psychologie." Ausgehend von der Wahrnehmung, daß die Seelenlehre ein Zweig der Naturwiffenschaft geworden sei, verwies der Redner auf die moderne Psychophysik und bezeichnete die Frage, ob es eine jüdische Eigenart gebe, als eine solche, die man zu verneinen keine Ursache habe. Diese aus der Abstammung und noch mehr aus der Erziehung herrührende Eigenart hindere uns in keiner Weise, pflichtgetreue und vollberechtigte Bürger des deutschen Vaterlandes zu sein. Der Vortragende wies nach, wie diese Eigentümlich, keiten, die sich aus uralter Zeit von Geschlecht zu Geschlecht sortgepflanzt hätten, den Juden zumeist zur Ehre und zum Vorteil gereichen. So haben sie sich stets mit Vorliebe mit dem Gottesgedanken beschäftigt; so ist ihnen zu allen Zeiten ein lebhaftes, leicht erregbares Temperament eigen gewesen, eine rasche Auffassung, Kühnheit und Zähigkeit und besonders eine wunderbare Anpaffungsfähigkeit. Der Vortragende zeigte an einem von dem Heidelberger Professor Quincke erfundenen physikalischen Apparat, wie es möglich sei, den Grad menschlicher Lebhaftigkeit zu messen, und bemerkte dabei unter Angabe von Ziffern, daß bei solchen Messungen die Lebhaftigkeit der Juden sich als eine überraschend große erwiesen habe. Die leichte Erregbarkeit der Nerven uud die Feinheit des dabei tätigen körperlichen Instruments mache es aber auch erklärlich, daß es leichter zerstörbar sei. Hieraus erkläre sich die hohe Zahl der Geisteskrankheiten bei den Inden. Auch die Zahl der jüdischen Zuckerkranken und Augenleidenden sei verhältnismäßig groß; dafür gäbe es aber auch viele andere Krankheiten, von denen der Jude selten betroffen werde, so daß die Statistik ihrer Lebensdauer eine ziemlich günstige sei. „Da alles Eigenartige in der Literatur verwertet wird, ist dies auch den Juden widerfahren, denen das Schrifttum nichts Mittelmäßiges zumutet, so daß sie im Drama und im Roman bald als übertrieben edel, bald als übertrieben schlecht hingestellt werden, stehende Typen für Witzblätter