Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 11 (1905)
- Issue
- Heft 4 (April 1905)
- Article
- Wie Ritualmord-Märchen gedichtet werden
- Date
- 1905-04-01
- Page
- 208 (sequence 2)
- Language
- German
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SOS Im deutschen Reich. einfach unbeachtet läßt. Die Kinder bgben übereinstimmend angegeben, es seien drei Männer auf den kleinen Gerhard zugetreten, hätten ihn in ihre Mitte genommen und seien dann mit ihm weitergegangen. So etwas werden sich doch die Kinder nicht aus den Fingern saugen'" Deutsche Hochwacht vom 15. Februar 1905. „Frühjahrsbeule? Zu unserer Meldung unter dieser Spitzmarke, betreffend das Verschwinden eines siebenjährigen Knaben in Karlsho-rst bei Berlin, wird uns von durchaus zuverlässiger Seite folgendes geschrieben: Am Montag spukte hier in Karlshorst ein kleiner, ekliger, gelber Jude umher, der sich mit auffallender, kriechender Liebenswürdigkeit nach alten Sachen erkundigte und dabei merkwürdigerweise seine Augen allenthalben schnell umherschweifen ließ. Meine Frau und ihre Freundin hatten, gerade wie ich selbst, den Eindruck, als wenn dem Manne nichts daran läge, alte Sachen zu kaufen, sondern etwa — „Frühjahrsbeute" zu suchen. Das war am Montag. Am Dienstag verschwand der kleine Junge. — Der Jude trug ein kleines Paket unter dem Arme von der Gestalt einer länglich-schmalen Notentasche, so daß etwa eine Papierrolle, ein Marschallstab, ein großes Meffer oder etwas ähnlich Geformtes hineingepaßt hätte; jedenfalls keine „alten Kleider". Deutsche Hochwacht vom 2.8. Februar 1905. „Frühjahrsbeute? Es wird nunmehr in der Presse allgemein zugegeben daß der kleine Gerhard Behrens aus Karlshorst, von deffen Verschwinden wir unfern Lesern Kunde gegeben haben, offenbar tatsächlich von jenen Männern entführt worden ist. Ein Kommando Pioniere hat die ganze Gegend einschließlich der Sumpf- und Moraststellen abgesucht, aber den Kleinen nicht gefunden. — Warten wir nun ab, in welchem Zustande man das Kind wiederfinden und — ob man jemals den verdächtigen Juden ermitteln wird." Inzwischen hatten wir uns an den Herrn Amtsvorsteher in Friedrichsfelde mit der Anfrage gewandt, ob in der Kolonie Karlshorst irgend etwas Derartiges bekannt geworden sei. Darauf ist uns nachstehender Bescheid zugegangen: »Der Knabe Gerhard Behrens ist seit dem 7. Februar cr. spurlos verschwunden, lieber die näheren Umstände, wie insbesondere den Verbleib desselben hat bisher Genaues nicht ermittelt werden können. Für die Angaben, daß der Knabe von 3 Männern mitgenommen sein soll, fehlt jeder Anhalt, auch ist durch die angestellten Recherchen