Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 11 (1905)
- Issue
- Heft 4 (April 1905)
- Article
- Bilder aus dem Reichstag
- Date
- 1905-04-01
- Page
- 200 (sequence 11)
- Language
- German
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200 Im deutschen Reich. nicht in den Kram paßt. ,Jch überlasse Herrn Eickhoff/ so schloß er eine seiner Erwiderungen, „den Verhimmlungen der Judenpresse." Nun zu einer Verhimmlung derjenigen Männer, die für die gerechte Sache der Juden eintreten, liegt keine Veranlassung vor; denn sie tun es nicht so sehr um der Juden, als um der Gerechtigkeit und Humanität willen, und — das Moralische ist selbstverständlich. Aber dennoch dürfen diese Männer unseres Dankes gewiß sein, die sich unserer unterdrückten und verfolgten Glaubensbrüder annehmen; denn sie haben das Verdienst um uns, daß wir den Glauben an den schließlichen Sieg der Gerechtigkeit nicht verlieren. .7. L. ejS Der sprachlose Iuflizminister. gMls im preußischen Abgeordnetenhause vor kurzem der von dem 1P Abg. Cassel mit Bileam verglichene Herr v. Zedlitz sich dagegen verwahrte, daß „sein Fluch zum Segen" werden könne und dabei höhnisch sagte, er sei auf dem Gebiete alttestamentlicher Zitate nicht so bewandert wie der Vorredner, erwiderte der Abg. Caffel: „Darin gebe ich dem Abg. v. Zedlitz Recht; mir liegen solche Zitate nach Abstammung und Glauben sehr nahe und darauf bin ich stolz." Einem Mann von solcher Gesinnung lag aber auch nahe, das Verhalten des Justizministers während der zweiten Lesung des Justizetats, bei der Erörterung der systematischen Zurücksetzung der jüdischen Richter bei Gelegenheit der dritten Lesung des Etats zur Sprache zu bringen. Das hat der freisinnige Redner am 18. März in so unantastbarer Weise getan, daß der Minister auf die völlig einwandfreien Ausführungen nichts zu erwidern wußte, und auch aus der Mitte des Abgeordnetenhauses niemand den Versuch wagte, in dieser Frage eine gegenteilige Meinung zum Ausdruck zu bringen. Nach dem stenographischen Bericht lautete diese denkwürdige Rede wie folgt: „Mein Parteifreund Gyßling hat in der zweiten Lesung namens meiner politischen Freunde die ungleiche Behandlung der Richter jüdischer Religion gegenüber denen anderer Religionsbekenntnisse bei der Beförderung in höhere Richterämter zur Sprache gebracht und hat darauf hingewiesen, daß nach den tatsächlichen Verhältniffen in dieser differenziellen Behandlung .ein gewiffes System liege. Der Herr Justizminister hat es abgelehnt, auf diese Frage einzugehen, weil die Ernennung der Richter verfaffungsmäßig zu den Prärogativen