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Im deutschen Reich · 1905-03-01 · Heft 3 (März 1905) · p. 166

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
11 (1905)
Issue
Heft 3 (März 1905)
Article
Berlin
Date
1905-03-01
Page
166 (sequence 4)
Language
German
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1G6 Zm deutschen Reich. feffioneller Gleichberechtigung wird in der Praxis der preußischen Justizverwaltung zu Ungunsten von Juristen jüdischen Glaubens fortgesetzt verletzt. Der Verein fordert die unzweideutige Anerkennung und Befolgung des Grundsatzes der Verfaffung, wonach die Zugehörigkeit zu einer bestimmten Religion keinen Grund für die Zurücksetzung bei der Besetzung einer Stelle bilden darf, für die der Betreffende an stch qualifiziert erscheint." Die Wahl des Vorstandes ergab die Wiederwahl der bisherigen Mitglieder; ferner wurden Herr Geheimrat Prof. Wilhelm Förster zum stellvertretenden zweiten Vorsitzenden und Herr Verlagsbuchhändler vr. de Gruyter zum stellvertretenden Schatzmeister gewählt. Der Hilfsverein der deutschen Juden hielt am 26. v. M. seine Generalversammlung ab, über die Folgendes berichtet wird: Der Vorsitzende Herr James Simon stellt fest, daß der Verein auch im abgelaufenen Jahre erhebliche Fortschritte gemacht hat. Die Zahl der Mitglieder ist um rund 3000 gewachsen, und dementsprechend sind die Einnahmen gestiegen, so daß am 31. Dezember 1904 — einschließlich der Frau Baronin Cohn-Oppenheim-Stiftung — der Verein ein Vermögen von 688 000 Jl. hatte — eine erhebliche Summe nach dreijährigem Bestehen und doch wenig gegenüber den ungeheuren Anforderungen, die namentlich durch die Lage in Rußland noch auf lange hinaus gestellt werden. Herr vr. Paul Nathan, berichtete, in wie mannigfacher Weise sich der Hilfsverein in Förderung der sittlichen, geistigen und wirtschaftlichen Entwickelung der Glaubensgenossen insbesondere im östlichen Europa und in Asten betätigt hat. Der Hilfsverein hat Kindergärten und Schulen in der europäischen und astatischen Türkei, in Bulgarien und Rumänien ins Leben gerufen oder den Ausbau bestehender Nnterrichtsanstalten herbeigeführt, und er hat vor allem ein Lehrerseminar geschaffen, um dem Lehrermangel im ganzen Orient abzuhelfen. Der Hilfsverein sucht seine Aufgabe im besonderen auch darin, für deutschen Unterricht in jenen Gemeinden zu sorgen, wo die Gemeindemitglieder für das spätere Fortkommen ihrer Kinder einen solchen Unterricht für erforderlich erachten. In Galizien sucht der Hllfsverein der jüdischen Maffe durch Einführung neuer Industrien Arbeitsmöglichkeiten zu schaffen. Sein Hauptintcreffe hat er im vergangenen Jahre aber der Linderung der wirtschaftlichen Not in Rußland zuwenden muffen. Er war ferner mit Erfolg bemüht, die Auswanderung aus den östlichen Ländern in geregelte Bahnen zu lenken, indem er Komitees an den Grenzen zur Erteilung von Reiseinformationen und Gewährung von Rechtsschutz — gegen Ausbeutungen aller Art — in Deutschland organisierte und gemeinsam mit den

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