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Im deutschen Reich · 1905-03-01 · Heft 3 (März 1905) · p. 152

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
11 (1905)
Issue
Heft 3 (März 1905)
Article
[Ohne Titel] / A. L.
Date
1905-03-01
Page
152 (sequence 1)
Language
German
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152 Im deutschen Reich. Umscha«. der Literarischen Beilage der „Deutschen Tageszeitung" hat sich HÜ der antisemitische Literarhistoriker Adolf Bartels mit der Bemerkung Lenzmarms, er sei zu vornehm, um Antisemit zu fein, eingehend beschäftigt und sich dabei krampfhaft bemüht, seine Gesinnungsgenossen gegen die Anschuldigurg des Mangels an Vornehmheit zu verteidigen. In seinem Zorn ist er dabei so in das Schirrpfen verfallen, daß man seiner Zusicherung Glauben schenken mußte, er werde ein Antisemit sein und bleiben. Am Schluffe seiner widerspruchsvollen Ausführungen sagt er: „Ehrliche Grobheit halten wir für vornehm; es ist gottverdammte Pflicht und Schuldigkeit jedes Deutschen, zu seinem Volke zu stehen, nachdem der Beweis, daß das Judentum unser materielles, geistiges und sittliches Leben verdirbt, tausendmal erbracht ist. Also, um wie der Abgeordnete Leuzmann zu schließen, ich bin nicht dumm, nicht ordinär und nicht ungerecht genug, kein Antisemit zu sein, ich bin sogar stolz daraus, einer zu sein, und werde es bleiben, bis die Judenherrschaft gebrochen ist." Der Mann ist also nicht zu heilen; es kennzeichnet ihn, daß er bei der Bekämpfung des Vorwurfs des Mangels an Vornehmheit die Behauptungen ausstellt, daß „das wüste Schimpfen" bei den Antisemiten im allgemeinen aufgehört und daß das Judentum den Grafen Pückler dazu gebraucht habe, den Antisemitismus herabzuziehen, ihn auch glücklich in den Wahn seiner hohen Mission hineingesetzt habe, bei der er sich schließlich in einen „mit Judenhaß behafteten Sozialdemokraten" verwandelte. Nun, der Unterschied zwischen einem solchen Sozialdemokraten und einem „mit Judenhaß behafteten Literarhistoriker" wird vielen nicht eben groß düukm, denn dieser ist auch kaum berufen, Zeugnis gegen die Anschuldigung des Mangels an Vornehmheit abzulegen. Der Vorwurf richtet sich mit Recht gegen eine Partei, deren ganzes Wesen auf Rassenhaß beruht, und die den Boden der allgemeinen Menschenliebe verlassen hat, ohne die unsere Kultur und die menschliche Gesellschaft überhaupt nicht denkbar ist. Daß eine solche Partei nur einreißen, aber nicht aufbauen kann, daß ihr bei Schimpferei und Wühlerei die Entwickelung einer positiven Tätigkeit ganz unmöglich ist, hat die Erfahrung mehrerer Jahrzehnte deutlich genug bewiesen. Um diesen in ihren eigenen Reihen oft genug laut gewordenen Vorwurf zu widerlegen, haben die Antisemiten seit Jahren ihre Kraft auf zwei Gebiete konzentriert, aus den sie

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