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Im deutschen Reich · 1905-02-01 · Heft 2 (Februar 1905) · p. 121

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
11 (1905)
Issue
Heft 2 (Februar 1905)
Article
Was wollen die Antisemiten? [Rezension]
Date
1905-02-01
Page
121 (sequence 4)
Language
German
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Bücherschau. 121 gegen die Juden ausgebeutet wird, weil die Juden ohne Ausnahme jdl den ältesten Zeiten mit allen möglichen Völkern sich vermischt haben. „Wenn der Habitus der Juden besondere Merkmale ausmeist, sc kann man aus ihm nicht eine besondere Rasse sich konstruieren; er mtspringt lediglich dem mit barbarischer Strenge durchgeführten Absperrnngs- und Unterdrückungssystem". „Von den alten jüdischen Rationalmerkmalen ist wenig mehr als die gemeinsame Religion übrig geblieben". Ueberall sind die Juden eines der her vorragendsten — der Verfasser bewegt sich hier wie sonst leider in Superlativen — staatserhaltenden Elemente. Die günstigen biotischen Verhältnisse, die Bedmfnielosigkeit zumal des Ostjaden, ihr Fleiß und ihre Geschicklichkeit, ihr patriotischer Heroismus'), ih e Beharrlichkeit und Mild- Ltigkeit sind von Bedeutung für das gesamte Leben der Staaten. Die Geschichte und die eigene Wahrnehmung drängen den Verkäster zu dem Satze: Die Juden sind das auserwählie Volk. Die Begeisterung, die Len z Ukrainy für das jüdische Volk m den Tag legt, mag manchem wohltuend sein, Referent kann sein Urteil nur dahin zusammenfassen: Weniger wäre mehr gewesen. Zur Verbreitung des Buches wird cs sicher beitragen, daß es m Rußland bereits verboten ist. LI. 1. ras Schulunterhaltungsgesetz und die preußischen Bürger jüdischen Glaubens. Von Realschuldirektor Di-. S. Adler in Frankfurt a. M. 1905. Verlag von I Kauffmann. Der bekannte Hackenberg - Zedlitzsche Schulantrag hält die Mtischen und pädagogischen Gemüter noch immer in Atem. Da ston seit 100 Jahren die von den verschiedensten Kultusministern mtworfenen Volksschulgesetze im Aktenschrank ein staubiges Dasein fristen, begnügt man sich jetzt mit der Forderung eines Schulunter- Utungsgesetzes. Mit der finanziellen Frage, die diesem Gesetze wesentlich zugrunde liegt, werden religiöse und pädagogische Gesichtspunkte verquickt. Die orthodoxen Vertreter der evangelischen und katholischen Kirche betonen das „natürliche Verhältnis" zwischen Kirche und Schule; sie treten für den christlichen Charakter der Schulorganismen ein. Die liberalen Parteien hingegen fordern, um nnt der „Kölnischen Zeitung" zu sprechen, Kampf für die Freiheit der Schule und Wissenschaft; Schutz der Religion, Duldung aller Meinungen, die der „Ungläubigen" nicht ausgeschlossen, aber Kamps *) Die kürzlich in Böhmen aufgetauchte Fabel, daß General Stößel der Sohn eines jüdischen Tuchfabrikanten sei, hätte nicht wiederholt werden sollen.

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