Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 11 (1905)
- Issue
- Heft 2 (Februar 1905)
- Article
- [Ohne Titel] / P. R.
- Date
- 1905-02-01
- Page
- 112 (sequence 7)
- Language
- German
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112 Im deutschen Reich. militärischen und richterlichen Lausbahn, und die Ausschließung der jüdischen Gelehrten aus den Hock-schulämtern?» Der Kamps des Judentums gegen seine anarchistischen Gegner sei aber auch insofern ein Kulturkampf, als derselbe wie ein Läuterungsprozeß.auf das moderne Israel gewirkt, indem er „die unaufrichtigen, feigen und energielosen Elemente" aus ihm auszeschaltet und zur Sammlung seiner besten Kräfte für die Verteidigung dessen beigetragen habe, was alle Juden eine. Die heranreifende Jugend für diesen Kampf zu erziehen, sei eine Kulturaufgabe, bei deren Durchführung die jüdische Frau eine wertvolle Mitarbeiterin sein müffe. Alle Juden aber sollen in Erkenntnis ihrer Kulturmifston und dem Bewußtsein ihrer Verantwortlichkeit für die Gesamtheit sich stets bemühen, vorbildlich zu leben. „Wir brauchen nicht resignierte, sondern entschlossene Juden, die wissen, daß ihr Kampf ein Kulturkampf ist!" — Reicher Beifall lohnte den Herrn Vortragenden für seine klaren, fesselnden Darlegungen. Nach kurzer Pause erstattete dann Herr Rechtsanwalt Di. Waldstein-Altona in geradezu meisterhafter Weise Bericht über die Verrinstätigkeit im letzten Jahre. Mit berechtigtem Stolze wies er auf die Entwicklung der Hamburg-Altonaer Ortsgruppe hin, die im Jahre 1903 nur 200, am 1. Januar 1905 aber 1300 Mitglieder zählte. Ec berichtete über den Antrag der Ortsgr uppe, statt der bisher üblichen Generalversammlung eine alljährliche Delegiertenversammlung in Berlin abzuhalten, zu welcher die Ortsgruppen Vertrauensmänner entsenden. Herr Di. Waldstein schloß seinen Bericht mit einer eindrucksvollen Darlegung der Ebrenpsiichten der deutschen Juden gegenüber ihrem Judentum, und wies dabei mit seinem Spott auf die „Nutzlosigkeit" der Taufe hin, da z. B. im Just'zressort besondere Listen über getaufte Juden geführt würden, da die Korps selbst getauften Juden den Eintritt in ihren Verband unmöglich machten, die Taufe also den „Makel der jüdisckcn Geburt" durchaus nicht aufhöbe. Die Ausführungen des Herrn Referenten fanden begeisterte Zustimmung. — Nach einer kurzen Diskussion wurde die Versammlung mit einer Mahnung des Herrn Dr. Brodnitz geschloffen, der Fahne des Central-Vereins wie bisher treue Gefolgschaft zu leisten. — Der glänzende Verlauf des Abends hat der großen Sache zahlreiche neue Freunde zugeführt und die alten in ihrer Begeisterung für unseren Kulturkampf gefestigt. P. E. Briefkasten der Redaktion Einer für Viele. Wiederholt hüben wir in Wort und Schrift mit größter Entschiedenheit erklär r, daß angesichts der Bedrückungen