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Im deutschen Reich · 1905-02-01 · Heft 2 (Februar 1905) · p. 96

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
11 (1905)
Issue
Heft 2 (Februar 1905)
Article
Berlin
Date
1905-02-01
Page
96 (sequence 2)
Language
German
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96 Zm deutschen Reich eine irgendwie beträchtliche Zahl seiner Beamten und Offiziere entnähme. Bevor wir die Inden unterschiedslos zu Richtern und Osfizieren machen können, muß erst einmal das anständige Judentum gegen das schamlose Front machen." Das möchten die anständigen Juden fürs Leben gern, aber sie haben leider auf die früheren Stammesgenoffen, deren Treiben Herrn von Massow so mißfällt, keinen Einfluß. So lange der Staat nichts weiter verlangt als die „Taufe", können ehemalige Juden „unterschiedslos Richter und Offiziere werden", sich sogar mit Geheimräten verschwägern, und brauchen sich von den „anständigen" Juden keine Vorschriften machen zu lassen. In dem neuesten Flugblatt, das Pückler verteilen läßt, ist folgendes Schema zur Lösung der Judenfrage enthalten: „Wir muffen das Hinausschmeißen der Juden jetzt betreiben nach ganz bestimmten Statuten: ich habe mir ein kleines Schema ausgedacht, welches ich mir erlauben werde. Ihnen vorzutragen: 1 Jeder Jude darf durchgehauen werden. 2. Jeder freche und unverschämte Jude kann herausgeschmiffen werden aus den Lokalen und Gastwirtschaften der Stadt. 8. Die alte Sarahleben wird so ipso zum Fenster herausgeschmiffen, daß der alte Schädel bloß so kracht auf dem Asphalt von Berlin. 4. Jüdische Aerzte dürfen über die Tischkante gelehnt und mit Stockfchlägen regaliert und erfreut werden, wenn sie in den Bürgerhäusern herumschleichcn und alle Mädchen und alle Frauen verführen. 5. Jüdische Rechtsanwälte dürfen in die Spree geworfen werden, wo es am tiefsten ist, damit die Lümmels von außen so schwarz werden wie von innen, denn schwarz wie der Deibel ist die Seele dieser gottvergessenen Hallunken. 6. Jüdische Halsabschneider, Börfenbarone, Börsenjobber, Gauner und Betrüger dürfen aufgehangen werden, an die erste beste Laterne. Garnieren Sie, meine Herren, garnieren Sie die Laternen von Berlin mit krummbeinigen und dreckigen Judenkerls. 7. Jüdische Schauspieler dürfen geworfen werden mit faulen Aepfeln und mit faulen Eiern, wenn sie auf der Bühne anfangen zu quatschen, zu plappern und zu feiern. 8. Jüdische Profefforen dürfen mit Backpfeifen und mit Fußtritten erfreut und regaliert werden." Zur Durchführung dieses kurzen und deutlichen Programms wendet sich der Graf an „seine lieben Bundesgenoffen, die Penn- und Radaubrüder". Er wirft ihnen vor, sie hätten nichts zu tun und fordert sie dann aus: „Ihr Penn- und Radaubrüder, schmeißt bei Juden die Fenster ein, reißt die Schilder ab, demoliert die Zäune und Türen, macht Lärm, Tumult und Radau, daß die Straßen in Berlin erzittern in den Grundfesten". Das „Kleine Journal" bemerkt dazu: „Na, wenn der nicht „meschugge" ist. . . ."

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