Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 11 (1905)
- Issue
- Heft 2 (Februar 1905)
- Article
- [Ohne Titel] / A. L.
- Date
- 1905-02-01
- Page
- 95 (sequence 15)
- Language
- German
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Korrespondenzen. 95 der Judenfeinde, eZ ist deshalb nicht zu verwundern, wenn der Berliner Antiseruitm-Moniteur einen „Die Wahrheit über Gapon" überschriebenen Artikel, der in seinem Märchenstile der Phantasie der bekannten .Ritualmordmärchen-Dichter" entspricht, mit den Worten schließt: „An uns wird es sein, immerdar zu verkünden, daß dieser Schurke, der das Land, in dem er wohnte., in unabsehbares Elend gebracht hat, derselben Rasse angehörte, die in allen Ländern die Revolution vorbereitet und bei allen Attentaten die Hand im Spiele gehabt hat." Die russischen Gesinnungsgenossen der deutschen Antisemiten, welche während der Niederlage in Asien das russische Nationalvermögen verjubelten, haben unabsehbares Elend über Rußland gebracht; sie haben nicht nur Gapon und seine wehrlosen Anhänger auf dem Gewisien; sie verdammt die öffentliche Meinung Europas durch die allgemeine Teilnahme für den eingekerkerten Dichter- Maxim Gorki. Nicht in der Handelsstätte der Friedrichstraße wird die Weltgeschichte geschrieben; der Griffel Klios liegt in besseren Händen. Welcher Rasse und welcher Partei die Hödels und Nobilings angehörten, ist noch im Gedächtnis vieler Lebenden; die Attentäter sind alle von demselben Holze geschnitzt, aus dem die Urheber der Mordtaten in Kischinew und Homel geschnitzt sind. Das wird einst die Weltgeschichte künden, wenn die antisemitischen Catilinas spurlos von der Bildfläche verschwunden sein werden und dort, wo noch jetzt Herostraten hausen, ein Tempel der brüderlichen Gleichheit und der allgemeinen Menschenliebe ersteht. A. L. «3Ä Korresporr-rnzrn. sH Berlin, 1s. Februar. In der „Monatsschrift für Stadt und Land" bespricht der Geheime Oberregierungs rat von Maffow (nach Ansicht der Kreuzzeitung „treffend") das Treiben der „jüdischen" Witzblätter, trotzdem uns kein solches Witzblatt bekannt ist, der „Simplizisimus" von einem Katholiken, der „Kladderadatsch" von einem Protestanten, der „Ulk" von Protestanten und Dissidenten, die Wiener Witzblätter fast ausnahmslos von Aniremiten redigiert werden. Herr von Maffow macht aber trotzdem für alles, was ihm in diesen Blättern mißfällt, die Juden verantwortlich und kommt zu dem Schluß: „Der Staat würde geradezu Selbstmord treiben, wenn er dem Judentum