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Im deutschen Reich · 1905-01-01 · Heft 1 (Januar 1905) · p. 57

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
11 (1905)
Issue
Heft 1 (Januar 1905)
Article
Lewin, Dr. Louis [Rezension]
Date
1905-01-01
Page
57 (sequence 2)
Language
German
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Bücherschau. 51 m Europa noch immerzu die meiste Wohltat und sicherste Protektion erwiesen hat." Wie in anderen Städten der heutigen Provinz Posen war auch zur Zeit der polnischen Herrschaft in Lissa die Familiensprache der Juden die deutsche, und auch die polnischen Städte wurden von ihnen regelmäßig mit deutschen Namen bezeichnet. Die Vereinigung mit Preußen im Jahre 1793 und die Wiedervereinigung im Jahre 1815 erregten in der jüdischen Gemeinde lebhafte Freude. Dem entspricht es auch, daß, als sich im Jahre 1848 in Lissa ein „Verein zur Wahrung deutscher Interessen in der Provinz -Posen" bildete, zahlreiche Juden sich ihm anschlossen. Unter den aus Lissa stammenden Juden, die am modernen Kulturleben regen Anteil nahmen, haben sich namentlich der Arzt, Philanthrop und Politiker Rafael Kosch und der Humorist Ludwig Kalisch in weiten Kreisen einen angesehenen Namen erworben. Der Darstellung folgt der Abdruck zahlreicher teils hebräischer, teils deutscher, teils aus dem lateinischen oder polnischen übersetzter Urkunden, sowie ein ausführliches Orts- und Personenregister. 0. G. Festschrift zum 200 jährigen Bestehen des Israelitischen Vereins für Krankenpflege und Beerdigung (Chewra Kaddischa) zu Königsberg i P. (1704—1904). Der Verfasser, Rabbiner Br, Vogelstein, bietet in der umfangreichen, prächtig ausgestatteten Festschrift das Ergebnis sorgfältiger historischer Studien. Ueber den Rahmen einer Chronik mit trockener Aufzählung von Daten und Namen bei weitem hinausgehend, darf die Festschrift allgemeines Interesse beanspruchen. Die Vereinsgeschichte wird hier zu einem schätzenswerten Beitrage zur Geschichte der Juden in Deutschland. Denselben Entwickelungsgang nämlich wie die Königsberger Chewra werden tm wesentlichen alle ähnlichen jüdischen Brüderschaften Deutschlands durchgemacht haben. Der äußere Druck, der die Juden täglich aus ihren Wohnsitzen vertreiben konnte, veranlaßte sie, wenigstens den Toten eine sichere Heimstätte zu bereiten und für deren Erhaltung zu sorgen. Mit der zunehmenden Besserung der bürgerlichen Lage der Israeliten konnten sich die nichc mehr um ihre persönliche Sicherheit bangenden Glaubensgenossen eines Ortes zu einer Gemeinde organisieren und das bereits begehende jüdische Beerdigungsinstitut immer weiter und freier ausgestalten. Dieser Entwicklungsgang nahm in Königsberg mit dem Jahre 1704 seinen Anfang. Im Ordenslande Preußen hatten die

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