Mannheim
Compact Memory

Im deutschen Reich · 1905-01-01 · Heft 1 (Januar 1905) · p. 56

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Im deutschen Reich
Volume
11 (1905)
Issue
Heft 1 (Januar 1905)
Article
Lewin, Dr. Louis [Rezension]
Date
1905-01-01
Page
56 (sequence 1)
Language
German
Belongs to
article
OCR quality
94% known words query
IRI
…/2316602-2316727-2316729-2334419--13396-2334511
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

56 Im deutschen Reich. Mcherscha«. Lewi«, vr. Louis, Rabbiner in Pinne, Geschichte der Juden in Lifsa. Herausgegeben mit Unterstützung der Geseüschaft zur Förderung der Wissenschaft des Judentums. Pinne 1904. N. Gundermann. 3° V und 401 S. Louis Lewin, der sich bereits durch mehrere Schriften um die Erkenntnis der Vergangenheit der jüdischen Gemeinden in der Provinz Posen verdient gemacht hat, gibt in dem vorliegenden Werke eine auf ausgedehnten archivalischen Studien beruhende „Geschichte der Juden in Liffa". Der Fleiß und die Gelehrsamkeit des Verfaffers und die bedeutende Rolle, welche gerade die Lissaer Gemeinde durch ihre Zahl, ihre bevorrechtete Stellung gegenüber anderen Gemeinden, sowie durch eifrige Pflege jüdischer Wissenschaft gespielt hat, bewirken, daß das Buch als ein höchst nützliches bezeichnet werden muß. Auch den Geschichtsfreunden bietet es viel mehr als die Mehrzahl der übrigen, sich oft in gleichgiltige Details verlierenden Darstellungen der Geschichte einzelner jüdischer Gemeinden. Aus dem reichen Inhalt des Buches sei an dieser Stelle mitgeteilt, daß es in Lifsa zahlreiche jüdische Handwerker gab, von denen die Schneider, Goldschmiede, Goldsticker, Schlosser, Gerber, Barbiere und Sackträger besondere jüdische Innungen bildeten. Auch die jüdischen Musiker erhielten von den Grundherren Liffas eigene Privilegien; in diesen wurden ihnen das Recht verbrieft, auch den Christen außer bei deren Hochzeiten und Taufen aufzuspielen. In Liffa erlernte auch Jacob Abrahamson aus Mecklenburg-Strelitz die Wappen- und Steinschneidekunst, der später als Meister in derselben viele Anerkennung fand, und mit ihr von 1752 an über 50 Jahre lang dem preußischen Staate diente. In anderer Hinsicht intereffant ist ein von Lewin S. 128 besprochener Brief des Berliner Hofpredigers Jablonsky vom 25. Juli 1722 an den Juden Behrend Lehmann, der damals als Pfandinhaber der Lissaer Grundherrschast die dieser zustehenden Hoheitsrechte in der Stadt ausübte. Mit Berufung auf seine Freundschaft, die er „alle Zeit sehr wert gehalten habe", bittet Jablonskv ihn um Schutz der Liffaer Reformierten Fegen die Uebergriffe seitens des Obersten von Grabau, den Lehmann nach Liffa gesandt hatte Er hebt auch hervor, daß die „reformierte Religion der Judenschaft

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.