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Im deutschen Reich · 1905-01-01 · Heft 1 (Januar 1905) · p. 44

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
11 (1905)
Issue
Heft 1 (Januar 1905)
Article
Wien
Date
1905-01-01
Page
44 (sequence 2)
Language
German
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44 Im deutschen Reich lichsten Glorifikationen unseres Volksstammes, ein Wahrzeichen jüdischer Tugenden, den edlen, weisen Nathan durch Ihre große Kunst zu n?uem Leben erweckten." Sonnenthal antwortete: „Ihre Bemerkungen über meine Leistungen als Künstler muß ich wohl hinnehmen, ohne entgegentreten zu können; was Sie aber über mich als Juden sagen, muß ich damit beantworten, daß jeder fühlende Mensch seiner angestammten Religion treu bleiben wird und muß während seines ganzen Lebens." — In einem „Vom deutschen Haus und Herd, ein Mahnruf an die reichsdeutschen Studenten" überschriebenen Artikel liest in dem antisemitischen Innsbrucker Blatt „Der Scherer", Ernst Lauterer in Würzburg, den arischen jugendlichen Akademikern gründlich den Text und sagt dabei: „Ihr deutschen Studenten, betrachtet Euch einmal das überall verhaßte, überall verfluchte, über alle Länder des Erdballs zerstreute Judentum! Was glaubt Ihr wohl, was aus dem Deutschtum würde, wenn es einem gleichen Schick-al verfiele? Hundert Jahre, und das Germanentum wäre vom Erdboden verschwunden! — Warum? — Weil der Germane keinen größeren Feind besitzt als den Germanen! Denn sehet! Wenn Ihr einen Juden verfolgt, so geht er zu seinesgleichen und ist — geborgen. Ueber den ganzen Erdball zerstreut, bildet das Judentum eine große Gemeinde, eine Familie, die nie ihr großes Ziel aus dem Auge verlor, Beherrscher der Welt zu werden, und die dies Ziel heute so gut wie erreicht hat. Sehet! Hier habt Ihr die Willensstärke Betonung des Begriffes „Haus und Herd", wenn auch in weniger idealer Fassung, als sie der Germane liebt; aber hier habt Ihr auch den Schlüssel za dem Geheimnis der Erfolge des Judentums. Bedenket: dies zersplitterte Völkchen hat seine „Alliance israelite", den Emigungspurrkt seiner gesamten Bestrebungen! Und was hat dagegen der Germane? Er hat seine Parteichen und Verbändchen, in denen er seine Kraft verzettelt, statt sie zu sammeln, und der deutsche Gedanke ist längst ein Märchen geworden. Alle Schuld hieran will ich Euch nicht Zumessen: Ewige Polizei-Drangsalierungen, Beamtendünkel und — arischer Kastengeist haben viel Anteil an diesen Zuständen; denn kein Lamm ist so geduldig, aber auch kein Schwamm so aufsaugfähig als der Deutsche! — Ein Heidelberger Professor hat mir einst geschrieben, daß der deutsche Student keinen Idealismus mehr besitze; diese Behauptung ließe den Schluß zu, daß das Philistertum schon in der Jugend liege. Sehe ich von der Begeisterung ab, die die deutsche Studentenschaft der Ostmark leitet, so gewahre auch ich im Studententum der Gegenwart mancherlei Auswüchse, die sehr, sehr bedenklich find. Wo ist der einfache, ritterliche

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