Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 11 (1905)
- Issue
- Heft 1 (Januar 1905)
- Article
- Magdeburg
- Date
- 1905-01-01
- Page
- 39 (sequence 3)
- Language
- German
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Korrespondenzen. „in bei össenüichen Meinung herabgewürdigt", wie die gerichtstechnischen Ausdrücke lauten. Dieses Moment trat aber infolge der Behauptungen der „Volksstimme" ganz klar Zn Tage. Der Amtsvorsteher Brennecke zu Dahlenwarsleben ist sowohl in Magdeburg als auch in den großen benachbarten Dörfern sehr bekannt. Und an allen diesen Orten wird die „Volksstimme" sehr stark gelesen. Zweitens unterscheiden sich beide Prozesse dadurch, daß das Vorgehen gegen die „Sachsenschau" für einen Ausländer non einem Denunziantenbureau aus politischer Rachsucht veranlaßt war, während der Amtsvorsteher Brennecke seine Ehre als Amtsvorsteher zu verteidigen hattet — Daß auch der österreichische Schächter seine Ehre zu verteidigen hatte und daß ihm dabei von deutschen Glaubensgenossen hilfreiche Hand geleistet wurde, für die Herr Carl Faßhauer in Magdeburg nichts weniger als ein „Objekt politischer Rachsucht" ist, geht natürlich über den geistigen Horizont der Antisemiten, die mehr oder minder von dem „Pückler-Wahn" ergriffen sind, daß Delikte gegen Juden straflos bleiben müssen oder höchstens mit einer niedrigen Geldstrafe gesühnt werden dürfen, daß aber Richter, die „Meyer" heißen, auch dann, wenn ihre Ahnen schon an den Kreuzzügen beteiligt waren, in antisemitischen Prozessen ohne weiteres als befangen abgelehnt werden sollen. So verpücklert sind wir aber in Deutschland doch noch nicht! co Vromberg. 2. Januar. Anläßlich des 25 jährigen Jubiläums des Kommerzienrars Aronsohn, des Mitglieds des preußischen Abgeordnetenhauses, als Vorsitzender des Vorstandes der hiesigen Synagogengemeinde fand im Sitzungssaale der Synagoge unter Teilnahme des Vorstandes der Synagogengemeinde unp des Repräsentantenkollegiums ein Festakt statt. Rentier Cohnfeld und Landgerichtsrat Peltasohn hielten an den Jubilar Glück wnnschansprachen, worauf das von der Gemeinde gestiftete Porträt des Jubilars, ein künstlerisch ausgesührtes Oelgemälde von Professor Hans Fechner-Berlin, das als bleibendes Andenken den Saal zieren soll, enthüllt wurde. Abends fand ein Festessen statt. ± Danzig, 2. Januar. Wie die „Danziger Zeitung" berichtete, hatte der angesehene Getreidehändler Gotischalk Scheidemann in Bütow lange Zeit hindurch mit dem Rittergutsbesitzer v. d. Lauken zu Wisschen Geschäfte gemacht, von ihm Getreide gekauft, auch solches an ihn verkauft, mitunter auch ihm Wechsel aus reiner Gefälligkeit und ohne irgendwelche Entschädigung diskontiert. Bei einem Kauf von Saathafer hielt v. d. Lauken sich aber für übervorteilt und hatte Scheidemann wegen Betruges angezeigt. Die Staatsanwaltschaft