Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 11 (1905)
- Issue
- Heft 1 (Januar 1905)
- Article
- [Ohne Titel] / A. L.
- Date
- 1905-01-01
- Page
- 33 (sequence 14)
- Language
- German
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Korrespondenzen, 33 damit er für fic ein trete. Man erwartet jeden Augenblick den Ausbruch von Exzessen. Den Grund für das zeitweise liebevolle Entgegenkommen der russischen Regierung den Juden gegenüber sucht die „Deutsche Tageszeitung" darin: „Die Judenschast hat das Geld, und die russische Regierung braucht es." — Das Erste ist zweifelhaft, das Zweite sicher. Trotz Kischinew und Homel werden die europäischen Börsen die Fortsetzung der russischen Wirtschaft und die Erfüllung der kühnsten Wünsche der sarmatischen Beamten-Clique ermöglichen, die nachher sofort Beweise für die Unerfüllbarkeit der Reform-Versprechungen in Hülle und Fülle liefern wird. Die Art, wie Rußland selbst dem Kabinet von Washington gegenüber die Verhandlung über die gleiche Behandlung aller nach Rußland reisenden Bürger der Vereinigten Staaten in der Schwebe hält, kennzeichnet hinreichend die Zuverlässigkeit der russischen Staatsmänner in allen die Juden betreffenden Fragen. Auch dieses „Mene tekel" dient anscheinend weder den mit Rußland verhandelnden Staatsmännern, noch den nichtrussischen Kapitalisten zur Warnung. Für Rußland gilt Heines Wort: „Die Magier kamen, doch keiner verstand, zu deuten die Flammenschrift an der Wand!" A. L. oft KorrespsrrvenM. ± Berlin, 15. Januar. Der Vorstand der jüdischen Gemeinde hat an die Redaktion der „Kreuzzeitung" folgendes Schreiben gerichtet: „In der am 13. Dezember herausgegebenen Nummer Ihres geschätzten Blattes befindet sich folgende Notiz über einen Schulstreit in Wilmersdorf: „Hier hat der Gemeindevorstand das Gesuch der jüdischen Repräsentanten um Ueberlassuug von Schulräumen für den jüdischen Religionsunterricht wiederholt abschlägig beschieden, obgleich nach der Auffaffung des Repräsentanten an drei Tagen der Woche genügend Räume freistehen. Diese haben nunmehr gegen die ablehnende Entscheidung des Gemeindevorstandes bei der Aufsichtsbehörde, also wohl bei dem Provinzialschulkollegium oder bei der Regierung in Potsdam. Beschwerde erhoben." Da der Inhalt der Notiz in manchen Punkten Jrrtümer enthält, so ersuchen wir Sie um gefällige Aufnahme der folgenden berichtigenden Bemerkungen: „Eine Beschwerde gegen die Verweigerung von Schul-