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Im deutschen Reich · 1904-12-01 · Heft 12 (Dezember 1904) · p. 683

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
10 (1904)
Issue
Heft 12 (Dezember 1904)
Article
Siegfried Kohlmann
Date
1904-12-01
Page
683 (sequence 3)
Language
German
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Korrespondenzen. 683 zu lassen. Früher bekamen die Kinder ein Pferdchen, einen Weihnachtsmann oder dergleichen zum Festgeschenk, heute erhält ein Kind, das von Klaffen- und Raffenhaß keine Ahnung hat, dieses häßliche Gestell auf den Weihnachtstisch gebracht. So wird die Verächtlichmachung des Judentums und der Klaffenhaß in die zarte Kindesfeele gebracht, die bekanntlich für dergleichen sehr empfänglich ist. Ebenso wird der sogenannte „kleine Cohn" in der deutschen Zulkerwarenindustrie in allen Preislagen, Stellungen und Verzerrungen hergestellt, findet dadurch in Kinderkreisen Eingang und wird auch vielfach durch Juden vertrieben. So ließen sich noch manche traurige Beispiele aufführen; sollten diese wenigen zu einer Befferung beitragen, so ist ihr Zweck erfüllt. Siegfried Kohlmann." oo Erlangen, 12. Dezember. Vorgestern verstarb im 61. Lebensjahre der Vorstand der Kultusgemeinde Bruck-Erlangen, Kaufmann Moses Stern, ein treues Mitglied unseres Vereins. Die heute erfolgte Beerdigung, bei welcher die Stadt Erlangen durch den zweiten Bürgermeister Fränger und mehrere Mitglieder der städtischen Kollegien vertreten war, legte Zeugnis dafür ab, wie der Dahingeschiedene als Vorstand der Gemeinde und als städt. Armenpflegschaftsrat es auch verstanden hat, die Beziehungen zu den Behörden zu freundlichen zu gestalten. Auf die tief empfundene Grabrede des Rabbiners Dr. Neuburger-Fürth folgten innige Dankesworte des hiesigen Lehrers Morgenthau namens der Gemeinde Bruck-Erlangen. cf Parchim, 1. Dezember. Ueber die hier am 15. v. M. begangene Feier des 50-jährigen Bürger-Jubiläums unseres Vereinsmitgliedes, Rentier Hermann Josephy, berichtete die „Parchimer Zeitung": „Seitens des Magistrats wurde dem Jubilar eine kunstvoll ausgeführte Bürgerbrieferneuerung überreicht, in der seiner gemeinnützigen Tätigkeit Anerkennung gezollt wurde. Aus den Kreisen der Bürgerschaft, insbesondere auch von den Gemeindemitgliedern, wurden dem Jubilar viele Glückwünsche zuteil. Unter der Bezeichnung „Josephy-Stiftung" hinterlegte der Jubilar 5000 Mark bei der Stadtkaffe, deren Zinsen für verschämte Arme verwandt werden sollen." < Petersbnrg, 7. Dezember. Wie die „Petersburger Telegr.- Agentur" meldet, hat in dem Gewerbeausschuß der Gehilfe des Finanz- Ministers Timiriasew erklärt, daß die jetzige erhöhte Besteuerung jüdischer Handelsreisender bald aufgehoben werden wird.

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