Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 10 (1904)
- Issue
- Heft 12 (Dezember 1904)
- Article
- Berlin / J. P.
- Date
- 1904-12-01
- Page
- 667 (sequence 1)
- Language
- German
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687 Korrespondenzen. + Berlin, 15. Dezember. Herr Geheimer Medizinalrat Professor I)r. Senator, ein bochgerchätzles MiraUed des Vorstands des Central- Vereins. hat am 6. d.M.scin 70. Lebensjahr vollendet, di, senTag aber, um geräuschvollen Fei rlichkeiten zu entgehen, fern von Berlin verlebt. Am Tage vorder hatten sich bereits zahlreiche hervorragende Vertreter der Wissenschaft und Schüler desJudilms bei diesem eingefunden, um dem gefeierten Kliniker ihre Glückwünsche darrubnngen. Im Namen ehemal'ger und jetziger Assistenten wurde dem Jubilar eine Büste und eine Festschrift überreicht. Exzellenz von Leuthold begrüßte ihn im Namen der Medizinaladteilur'g. Für die Berliner medizinische Gesellschaft war der gesamte Vorstand er'chienen, an dessen Spitze Exzellenz v Bergmann die Glückwünsche übermittelte. Im Namen des Vereins für innere Medizin überbrachle Gedeimrat von Leyden dem I ibilar die Glückwünsche und gleichzeitig die E'nennung zum Emenmitglied des Vereins. Gehennrat Liebreich übertrug dem Gehnmrat Senator die Ehrenmitgliedjchaft der Hufelandschen und Gen.ralarzt Scherbe diejenige der Cbari'ö Gesellschaft. Als praktischer Arzt har der Jubilar einst in den bescheidensten Verhältnissen seine Laufbahn begonnen, dann es durch seine wissenrchafll'chen Forschungen erlangt, sich als Pnvatdozent an der Berliner Universität habilttiercn zu können. 1875 wurde er zum außerotdentlichen Professor und leitenden Arzt des Augusta-Hmpitals, 1887 zum Direktor der Univ.rsirats Polrklinik ernannt, und nach Vollendung des gegenüber dem Karser Friedrich- Museum im Bau befindlichen neuen medizinischen poliklinischen Instituts wi d ihm die oberste Leitung anvertraut siin. Was der Jubilar als Arzt und U iversträ slehrer Segensreiches geleistet hat, erhall dadurch noch giößeren Weip daß er sich zu allen Zeiten als ein Mann von Charakter gezeigt hat und niemals feinen politischen und religiösen Grundsätzen untreu geworden ist, um i gendwo Gunst zu gewinnen und dadurch die Stellung zu erlangen, die idm bei geringerer Cdarakt, rfesttgk.it nicht verjagt geblieben wäre. Dem Jubilar genügte es allezeit, der Menschheit zu dienen, und es gereicht idm sicher zur besonderen Btfri.dlgung. daß er sich als Mitglied der Repräsentanten* Versammlung der hiesigen jüdischen Gemeinde und auch sonst vülfach um seine Glaubensgenossen verdient gemacht hat. Möge es ihm ver-