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Im deutschen Reich · 1904-12-01 · Heft 12 (Dezember 1904) · p. 663

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
10 (1904)
Issue
Heft 12 (Dezember 1904)
Article
[Ohne Titel] / A. L.
Date
1904-12-01
Page
663 (sequence 11)
Language
German
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Umschau. 6G3 werden sollte. Wie solche antisemitischen Wühler arbeiten, zeigte ein aufreizender Wahlruf, der i t Posen bei den dortigen Ttadtveroitneten- Wahlen am Tage vor der W >hl der zweiten Ableitung verbreitet worden ist. In demselben wurde gegen die deutsche Wahlliste agitiert und den Wählern Stimmenthaltung empfohlen, weil für den dritten Bezirk die Herren Simon Asch und vr. Ehrlich aufgestellt seien, während in einer Versammlung des Ostmalken-Vei eins vom 3. Oktober sich die Mehrheit gegen die Wiederwahl d>r jüdischen Stadtverordneten entschieden habe. Ein derartiger Beichluß ist aber niemals im Ost« marken-Perein gefaßt worden; außerdem stand der anonyme Wahlaufruf, der nur die Unteischrift „Mit deutichem <Miut: Im Aufträge: Ein Ostmärker" aufwies, in Widerspruch mit einem Wahlaufruf des konservativen „Posener Tagebl.", in dem als gemeinsame deutsche Kandidaten für die Stadtverordneten-Wahl die von dem Veifasser des Aufrufs perhorreszicrten Herren vr. Ehrlich und Asch bezeichnet und allen deutichen Wählern eingeschärft wurde, es sei „Pflicht jedes deutschen Mannes, sein Wahlrecht auszuüben und den grmeiniamen deutschen Kandidaten seine Stimme zu geben." Der erwähnte W ihlschwindel blieb auch erfolglos, da in Posen sowohl in der eisten wie in der zweiten Abteilung die deutsche Liste trotz der darin enthalt, neu Kandidaten jüdischen Glaubens glatt durchging. Uebrigcns hat sich auch bei andern Stadtvei ordneten - Wahlen der Provin, Posen in neuerer Zeit die erfreuliche Ersckkinung gezeigt, daß vrn deutscher Seite mehr und mehr ei kannt wild, wie sehr die Anfeindung der deutschen Büiger jüdischen Glaubens die deutsch-nationale Sache in den Ostmarken bereits geschädigt hat und auf die Dauer nur dazu führen könnte, die Provinz Posen von politisch und wirtschaftlich fast unentbehrlichen Elementen zu entvö kern. Der Antis.miiikmus niiniert eben auf die Dauer jede Verwaltung und jede politische Partei. Die Zentrumsp'artei rechnet deshalb weniastenS tm Westen Deutschlands sehr vernünf ig mit den jüdischen Deutschen. Gelegentlich einer Besprechung derStadiverordnelcn-Wahlen in Münster und Padeiborn wurde der „Köln. Volköztg." am 30. Nov. geschrieben: „Wie gut alles in Münster organisiert war, zeigte sich namentlich bei der Wahl in der ersten Klaffe. Hier war vom Zent-um eia Israelit aufgestellt, und es galt, die widerstrebenden Elemente zur Wahl des Israeliten zu veianlaffen. Das ist vollständig gelungen. Alle Zentrumsmänner stimmten für den Israeliten, wie denn auch die Israeliten in der zweiten und dritten Klaffe für die Zentrumskandidaten eingetreten sind. Dies muß rühmend anerkannt werden. Ueberhaupt ist hier in Münster daS Verhältnis

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