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Im deutschen Reich · 1904-12-01 · Heft 12 (Dezember 1904) · p. 644

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
10 (1904)
Issue
Heft 12 (Dezember 1904)
Article
Der deutsch-nationale Handlungsgehilfen-Verband (D. H. V.)
Date
1904-12-01
Page
644 (sequence 6)
Language
German
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Im deutschen Reich. 6*4 Im Februar 1904 gibt sich das offizielle Organ de» D. H. V., die „Deutsche Handels-Wacht", dazu her, einen wegen Sittiichkeitsverbrcchen verurteilten jüdischen Kaufmann aus München zu erwähnen, und dabei zu sagen, daß dieser Fall „für viele Judengcschäfte mehr oder weniger typisch genannt werd n muß." Das Berliner Organ des D. H. 33. „Die Brandenburgische Wacht" schreibt am 1. Juni 1904 von dem „Verein der deutschen Kaufleute", daß schon dessen Name unwahr sei, da fich zu seinen Mitgliedern „Dailsche" zählten. Im August 1904 läßt sich der Zweigverein Berlin- West des D. H. D. von einem Herrn Witthauer einen Vortrag über Semiten, Antisemiten und Anti - Antisemiten halten, der von gröblichen Angriffen auf die Juden strotzt und sich gegen den durch Lessing leider angeregten „Humanitäts-Dusel" wendet. Auch in dem Zweigverein Schönhauser Vorstadt des D. H. V. spielt der Antisemitismus eine Rolle, da im August 1904 bei einem Ausfluge nach Pankow der dortige Antisemiten-Verein nach Zeitungsberichten fast vollständig erschienen war. Das 11. Stiftungsfest geht in Berlin nicht vorüber, ohne daß der Redakteur der „Staatsbürger-Zeitung", Herr Bruhn, Konitzcr Andenkens, die Festrede hält. So geschehen im September 1904 bei Buggenhagen. Im Oktober 1904 sprengt in demselben Lokal eine Anzahl von Mitgliedern des D. H. V. eine von einem Herrn Friedländer geleitete Handlungs-Gehilfen-Versammlung. Der Name des Vorsitzenden giebt dem Verbände Anlaß zn antisemitischen Ausfällen. Wir schließen hiermit diese kleine Blutenlese von Beweisen der antisemitischen Tendenz des D. H. V. und seiner Ortsgruppen. Es wird das, was wir Mitteilen, genügen, um zu zeigen, welcher Geist von oben bis unten in diesen Kreisen herrscht. Man wird nun fragen, wie es der Verband rechtfertigen will, daß er trotz seines Abscheus gegen alles, was jüdisch heißt, seinen Mitgliedern noch niemals öffentlich zur Pflicht gemacht hat, Stellungen in jüdischen Handelshäusern zu meiden. Das offizielle Organ des Verbandes hat schon vor Jahren auf die schöne Zeit vertröstet, wo dieses Verbot in Kraft gesetzt werden könne, und nur hinzug^fügt, daß eine solche Sperre noch nicht zeitgemäß sei. Inzwischen sucht der Verband

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