Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 10 (1904)
- Issue
- Heft 11 (November 1904)
- Article
- Professor Dr. Carl Weigert
- Date
- 1904-11-01
- Page
- 587 (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 92% known words query
- IRI
…/2316602-2316714-2316725-2334047--13034-2334136- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
587 Professor Dr. Karl Weigert. rfÜem bedeutenden Pathologen, dessen Hinscheiden im neunten Hefte dieser Zeitschrift gemeldet und dessen mit seltenen Geistesgaben gepaarte Glaubenstreue in der allgemeinen Central-Vereins-Versammlung gebührend gerühmt worden ist, sucht endlich die Nachwelt ganz und voll zu geben, was ihm das Leben nur deshalb versagt hat, weil er ein Mann von unerschütterlicher Ueberzeugungstreue war. In der „Berl. klinischen Wochenschrift" widmet ihm Salamonsen einen Nachruf, in dem u. a. gesagt wird: „Ais Cohnheim 187* nach Leipzig berufen wurde, bewegte er Weigert dazu, ihm als Assistent zu folgen; hätte Cohnheim gewußt, wie man nach seinem Tode seinen treuen Schüler in Leipzig behandeln würde, er hätte ihn gewiß lieber auf schlesischem Boden zurückgelassen. Als Cohnheim 1*84 starb, hatte Weigert sich schon einen großen Namen als pathologischer Anatom erworben und fast zwei Jahre hindurch ganz allein das Leipziger Institut aus seiner alten Höhe gehalten. Man wollte aber jetzt nichts von ihm wissen. Trotzdem so hervorragende Fakultätsmitglieder wie Wagner, Thiersch und Credo für ihn eintraten, brachte ihn die Majorität überhaupt gar nicht in Vorschlag; ein Kollege, dessen bisherige Leistungen keinen Vergleich mit jenen Weigerts aushieltcn, wurde ihm vorgezogen; nicht einmal ein besoldetes Ertraordinariat und einen Arbeitsplatz wollte man ihm zugestehen . . . Carl Helbing berichtet in der „Münchener medizinischen Wochenschrift": „Als Weigert aus den bekannten Gründen die Nachfolgerschaft Cohnheims nicht zuteil wurde, legte er seine Professurnieder. Schon wollte er sich als Badearzt in Schlesien niederlassen, als an ihn der ehrenvolle Ruf als Direktor des Senckenberg-Jnstituts erging und ihn so der Sorge um das tägliche Brot entriß." Aehnlich äußert sich Lubarsch in der „Deutschen medizinischen Wochenschrift"; Landsberger-Charlottenburg aber zergliedert in der „Deutschen Aerzte-Zeitung" die mehrfach erwähnten .bekannten Gründe" und sagt: „Man schildert einen „Großen der Wissenschaft", einen Aeistesheros, dazu eine „besonders liebenswürdige und vornehme Persönlichkeit"—und man sagt nicht,warum er schlecht behandelt wurde,warum