Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 10 (1904)
- Issue
- Heft 10 (Oktober 1904)
- Article
- Zu dem Artikel "Jüdische Unteroffiziere" in Nr. 9 diese Zeitschrift
- Date
- 1904-10-01
- Page
- 573 (sequence 3)
- Language
- German
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Eingesandt. 573 dienstlichen Erfahrung zu widerlegen. Wenn die Durchführung einer solchen in Kriegszeiten bei der Zusammensetzung einzelner Cadres aus alten gedienten Soldaten, Reservisten und Landwehrleuten in vorgerückten Jahren vielleicht etwas nachsichtiger gehandhabt wird, als im straffen Friedensdienst, so wird auch dann sogar die jüdische Konfession des Vorgesetzten am Diensteifer der Mannschaften nichts ändern. Im Kriege von 1870/71 hatte ich als Chefarzt eines stehenden Kriegslazarets (damals Lazaret-Reserve-Personal tituliert) wohl gegen hundert Mann, teils Lazaretgehilfen, Gefreite, Krankenwärter und Träger, Trainsoldaten usw. zu kommandieren, jedoch nicht blos als Gehilfen an den Krankenbetten der Lazarete, sondern auch in rein militärischen Positionen. Besitzt doch der Chefarzt die Kompetenz eines Kompagniechefs! Die Leute traten täglich drei Mal zum Appell an usw., ich habe jedoch niemals auch nur einen leisen Verstoß gegen die Disziplin, geschweige eine Insubordination beobachtet. Der Herr Oberstleutnant übersieht oder kann es sich nicht vorstellen, daß nur das Auftreten im Dienste, nicht die Abstammung — an diese denkt der preußische Soldat, wenn er erst in der Jacke steckt, wohl gar nicht! — Gehorsam und Achtung schafft. Wenn schon in Ihrem Expose richtig betont worden ist, daß früher jüdische Offiziere keinen Widerspruch gegen ihre Befehle erfahren haben, so gibt der strikte Gehorsam gegen den Militärarzt, der ja nicht einmal Kombattant ist, doch sicherlich die Gewähr, daß er dem jüdischen Unteroffizier, Sergeant, Feldwebel vom Soldaten nicht verweigert werden wird. Dieses Bedenken gegen die Aufnahme jüdischer Aspiranten in die Unteroffizierschulen fällt völlig aus. Geheimrat Dr, Alb. C. «3% Den Mreilrsmitgliedern geht diese Zeitschrift unentgeltlich M. ftvsnnemenirprrir für fticbtomin$tnitglie<kr: pro Iadr r Msrir. _Preis der Einzelnummert ro Pfennig.__ Redaktions-Bureau des Central-Vereins deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens: Berlin NW., Karl-Straße 27 Ouergebasde. Fernsprecher Amt HI, Nr. 5767. Für die Redaktion verantwortlich: Alphonse Levtz, Berlin. Iichrik ««ßeherd!