Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 10 (1904)
- Issue
- Heft 10 (Oktober 1904)
- Article
- Was ist, will und leistet der deutsch-israelitische Gemeindebund?
- Date
- 1904-10-01
- Page
- 570 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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570 Fm deutschen Reich. wenig Unterstützung. Der einzige ausgeführte Teil des Programms ist die jüdische Arbeiterkolonie in Weißensee bei Berlin, die sich während eines 2jährigen Bestehens eine ungemeine Popularität erworben hat. Bemerkenswerte Leistungen des Bundes sind ferner die Editionen der „Historischen Kommission", die vom Bureau herausgegebenen „Grundsätze der jüdischen Gemeinden". Die vorliegende Denkschrift ist dazu bestimmt, dem D. I. G. B. neue Freunde zu werben. Möge dieses Ziel erreicht werden! . Eingesandt. Zu dem Kampfe der Studentenschaft gegen die konfessionellen Verbindungen erlaube ich mir folgendes zu bemerken: Abgesehen davon, daß man sehr verschiedener Ansicht darüber sein kann, ob es den Prinzipien der akademischen Freiheit entspricht, den korporativen Zusammenschluß von Studenten, der aus irgend einem rechtlich und sittlich erlaubten Grunde erfolgt, zu verhindern, dürften gerade diejenigen studentischen Korporationen, welche die Seele des Widerstandes gegen die katholischen Verbindungen sind, am wenigsten zu dem Kampfe Veranlaffung haben. In der an der hiesigen technischen Hochschule gefaßten Resolution heißt es sehr schön: „Gerade das Stud'mtenleben ist die letzte und beste Zeit, wo man unbekümmert um häusliche und sonstige Einflüsse sich ruhig seine eigene freie Meinung auf politischem wie auf religiösem Gebiete bilden kann. Von diesem Standpunkte gehen auch die nichtkonftssionellen Korporationen aus. Das Grundprinzip aller ist, ohne Rücksicht auf Konfession und Politik den jungen Studenten zu einem vorurteilslosen, freidenkenden Menschen heranzubilden." Handeln nun auch die „nichtkonfessionetten" Verbindungen nach diesen Grundsätzen? Nimmermehr! Ein jüdischer Student, er mag jede nur mögliche gute Eigenschaft besitzen, wird von den Korporationen, die sich den Katholiken gegenüber als Hort der Vorurteilslosigkeit und der Freiheit aufspielen, aus dem einzigen Grunde, daß er Jude ist, als Mitglied nicht ausgenommen. Die Herren haben nur die Freiheit im Auge, die sie meinen, sie gehen nur bis an die Grenze der Vorurteilslosigkeit, die sie selbst eigenmächtig abstecken. Sie behaupten, sich ihre eigene frere Meinung auf politischem Gebiete zu bilden und erziehen ihre Mitglieder zum Antisemitismus. So ist es hier, so ist es in Jena und Hannover, wo