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Im deutschen Reich · 1904-10-01 · Heft 10 (Oktober 1904) · p. 569

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
10 (1904)
Issue
Heft 10 (Oktober 1904)
Article
Was ist, will und leistet der deutsch-israelitische Gemeindebund?
Date
1904-10-01
Page
569 (sequence 2)
Language
German
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Bücherschau. 569 D. I. G. B., wie sie sich im Verlaufe eines 35jährigen Bestehens ausgestaltct hat, zu geben. Es ist dem Bunde gelungen, zwei staatliche Behörden für jüdische Angelegenheiten, sämtliche elf auf der Grundlage der Freiwilligkeit aufgebauten Verbände von Gemeinden, von denen die größere Zahl seiner Initiative ihre Konstituierung verdanken, und 350 Gemeinden, darunter alle großen und fast alle mittleren, sowie zahlreiche kleine, in sich zu vereinigen. Die wichtigste ideelle Leistung ist die Fürsorge für den Religionsunterricht in kleinen Gemeinden. Im letzten Jahre wurden 180 Gemeinden unterstützt und 2200 Kindern ist die Wohltat eines gewisienhaft inspizierten Unterrichtes zuteil geworden. Zu den Kosten der Ausbildung jüdischer Seminaristen trägt die Herxheimer Stiftung des Bundes bei, während für die Ausbildung akademisch gebildeter Lehrer eigene Vorlesungs-Kurse abgehalten werden, ebenso wie auch Fortbildungs-Kurse für Kantoren. Auch für Bauzwecke (Schulhäuser, Lehrerwohnungen), ist ein Etatstitel vorhanden. Mit der Inspektion des Religionsunterrichtes hängt die Schaffung freiwilliger Bezirksrabbinate zusammen. Der Bund besitzt in seiner Philippson-Stiftung einen Fonds für Fälle unverschuldeter Not der Kultusbeamten; die ihm nahestehende Nachod-Stiftung, mit dem Sitz in Leipzig, kleidet ihre Beihilfen in die Form von Ehrengaben. Durch die der Friedrich-Wilhelm-Viktoria-Stiftung, Central-Versicherungs- und Pensionskasse für jüdische Gemeindebeamte, auf Grund eines Derträges mit der „Viktoria" zu Berlin zufließenden Mittel wurden bis Ende 1003 N00 Versicherungen ermöglicht, die ein versichertes Kapital von 4 803 200 Mk. darsteücn. Da die Stiftung etwa ein Viertel der zu zahlenden Gesamtprämie trägt, bedeutet sie ein Geschenk von! 200 000 Mk. an die jüdische Beamtenschaft. Unfangreich sind auch die Arbeiten des D. I. G. 23. auf sozialem Gebiete. Er hat bis Ende v. I. 270 Handwerkslehrlinge und 76 studierende Techniker ausgebildet und würdigen jüdischen Handwerksmeistern Darlehen aus der Kristeller- Stiftung gewährt. Die in Leipzig verwaltete „Deutsch-Israelitische Darlehnskaffe für Frauen und Jungfrauen" sorgt für die Ausbildung des weiblichen Geschlechtes für einen selbständigen Beruf. Eine Abteilung des D. I. G. B. beschäftigt sich mit der Fürsorge-Erziehung der verwahrlosten Kinder. Der Bund besitzt je eine Anstalt für Knaben (in Repzin bei Schivelbein i. Pommern, Eugen und Amalie Rosenstiel-Stiftung), und für Mädchen (in Plötzensee bei Berlin), denen die durch Richterspruch zur Fürsorge-Erziehung bestimmten jüdischen Minderjährigen aus ganz Deutschland zugewiesen werden. Die von dem Bunde entworfenen Maßnahmen zur Beschränkung der Wanderbettelei finden seitens der nächstbeteiligten Armenkaffen zu

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