Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 10 (1904)
- Issue
- Heft 10 (Oktober 1904)
- Article
- [Ohne Titel]
- Date
- 1904-10-01
- Page
- 557 (sequence 1)
- Language
- German
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557 Verelnsnachrichten. Die erste allgemeine Central-Vereins-Versammlung in diesem Herbste, welche am 5. Oktober in Berlin W.r Potsdamerstraße!>, abgehallen wurde, war so zahlreich besucht, daß der Saal des „Geselligen Vereins der Gesellschaft der Freunde" sich für die Zahl der Teilnehmer als unzureichend erwies. Nach einer einleitenden Ansprache des ersten Vorsitzenden des Central-Vereins Herrn Rechtsanwalt vr. M. Horwitz, erhielt Herr Professor Dr. M. Philippson das Wort zu einem Vortrage über „Das Judentum und der Staat." Der wiederholt von Kundgebungen lebhafter Zustimmung unterbrochene und am Schluffe mit langanhaltendem Beifall belohnte Vortrag ist auf den ersten Seiten dieses Heftes im Auszuge wiedergegeben. Herr Rechtsanwalt Dr. Horwitz dankte dem Redner für feine.glänzenden Ausführungen, die sicher die Hörer in dem Entschluß gefestigt hätten, sich als gure Staatsbürger zu bewähren, aber auch mit Festigkeit ihre staatsbürgerlichen Rechte jederzeit geltend zu machen. Dem Dank für den Vortragenden wurde dann auch durch Erheben von den Sitzen Ausdruck verliehen. Der Vorsitzende beleuchtete dann noch in Kürze das Verhältnis des Central - Vereins zu dem Verband der Deutschen Juden, der hoffentlich eine segensreiche Tätigkeit entfalten werde. Daß der Central - Verein aber fortkämpfen und auch künftig zahlreiche Mitkämpfer finden werde, erhelle daraus, daß er selbst in Sommerszeit vielfach neue Mitglieder gewonnen habe und jetzt mindestens den vierten Teil aller deutschen Juden umfasse. Hierauf gedachte der Vorsitzende einiger in den letzten Monaten dahingeschiedener besonders verdienstvoller Mitglieder, sowie des früh verstorbenen Begründers der zionistischen Bewegung, Theodor Herzl, der durch seine glänzende Begabung und seine Begeisterung für das Judentum ein bleibendes Andenken selbst bei den Juden erworben habe, die der zionistischen Bewegung fern stehen. Besonders hob der Redner aber auch den Verlust hervor, den das Judentum durch den Tod