Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 10 (1904)
- Issue
- Heft 10 (Oktober 1904)
- Article
- Köln a. Rh.
- Date
- 1904-10-01
- Page
- 555 (sequence 3)
- Language
- German
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Korrespondenzen. 555 faiicjcnc beraten wurde, waren die Vertreter der drei Konfessionen anwesend. Wir standen auf interkonfessionellem Boden. Damals sagte ich: Mögen wir auch draußen verschiedene Wege gehen, der Himmel gleicht der Stadt mit hundert Toren, und wir wollen das Wort unseres großen Strategen stets Hochhalten: Getrennt marschieren und vereint schlagen. (Zustimmung.) Der Vorsitzende Pfarrer Weber dankte I)r. Frank für seine Worte und bemerkte, er muffe zur Verteidigung Pr. Lautensacks sagen, daß dieser wohl gemeint habe, es gebe in allen Konfessionen inferiore Elemente. Das sei auch die allgemeine Auffassung gewesen." □ Dülmen i. Wests., 2. Oktober. An dem hiesigen Krieger- Denkmal ist neuerdings unter den Namen der für Kaiser und Reich Gefallenen auch der des am 15. März d. Js. bei Owikokorero durch eine Hererokugel gefallenen Regierungs-Baumeisters und Lieutenants der Reserve im Königlich bayerischen 5. Pionier-Bataillon, Josef Bendir, angebracht worden. Der Bürgermeister unserer Stadt und Vorstand des Krieger-Vereins, Hauptmann der Landwehr Lehbrink, widmete bei der Gedenkfeier des Krieger-Vereins, die vor dem Denkmale stattfand, dem zu früh Geschiedenen folgende Worte: „Kameraden, die Wunden der letzten Feldzüge sind ja fast vernarbt. Aber noch in diesem Jahre sind unserer Stadt neue Wunden geschlagen, indem der Kamerad Bendir im Kampfe gegen die Herero den Tod gefunden hat. Sein Name ist auf meine Veranlassung in das Denkmal eingegraben worden und wir haben damit einer Ehrenpflicht gegen den Gefallenen genügt. Ich hoffe, daß seine Angehörigen einen weiteren Trost, in dem herben Leide, welches sie in diesem Jahre getroffen, hierin erblicken werden." — Die „Allg. Ztg. d. Judentums" fügt diesem Berichte nachstehende Bemerkung hinzu: „Angesichts der Ausnahmestellung, welche die jüdischen „Einjährigen" im preußischen Heere einnehmen, verdient diese Ehrung eines bayerischen jüdischen Offiziers besondere Hervorhebung." < Hamburg, 1. Oktober. Hier ist kürzlich im 66. Lebensjahre der Rentier Heinrich Weiß, ein treues Mitglied des Central-Vereins, sanft entschlafen. Der Verstorbene war 25 Jahre als Rabbiner an dem hiesigen Wallichschen Klaus-Institut tätig und hat außerdem seit vielen Jahren das Amt eines Geistlichen bei der Beerdigungs-Brüderschaft der Deutsch-Israelitischen Gemeinde bekleidet. In weiteren Kreisen genoß der Verblichene, der als Kenner des jüdischen Schrifttums sehr geschäht war, hohe Achtung. Die Beerdigung fand unter außerordentlich großer Beteiligung statt.